
Ceraunophilie.
Ein Wort für Menschen, die Gewitter und alles, was damit zusammenhängt, lieben. Donner, Starkregen, Blitze, Wind…
Das Wort Ceraunophilie stammt aus dem Griechischen.
Keraunos bedeutet Donner oder Blitz.
Und die Endung -philie bedeutet liebend oder zugeneigt.
Ein Ceraunophile ist also jemand, der Gewitter nicht als bedrohlich empfindet, sondern als etwas mega Schönes bzw sogar als etwas Entspannendes, Beruhigendes.
Der Regen, der gegen das Fenster prasselt.
Das ferne Grollen.
Die Blitze am wolkenbehangenen Himmel.
Die elektrische Stimmung in der Luft, kurz bevor der Himmel aufbricht.
Und ich glaube, viele verstehen das nicht ganz, denn für manche Menschen bedeutet Gewitter Angst, Unruhe und Gefahr. Sie finden es ungemütlich und sind froh, wenn es vorüberzieht.
Für andere aber fühlt es sich an wie ein tiefes Durchatmen der Welt, eine Reinigung. Als würde alles kurz stillstehen. Die Luft verändert sich. Der Himmel wird dunkel und schwer.
Menschen gehen nach drinnen, Fenster werden geschlossen, die Welt draussen wird leiser.
Und genau darin liegt vielleicht diese seltsame Ruhe. Wenn draussen ein Gewitter tobt, spüren wir die Gemütlichkeit von drinnen umso stärker und das ist ein schönes Gefühl.
Ein Gewitter tut nicht so, als wäre alles ruhig.
Es entlädt sich.
Es kracht.
Es regnet wie verrückt.
Und danach riecht die Luft oft klarer, reiner und frischer als vorher.
Eigentlich fast wie ein Neubeginn.
Ich mochte Gewitter schon immer irgendwie. Dieses warme Licht in Wohnungen, während draussen der Regen gegen die Scheiben fällt. Das Gefühl, eingekuschelt zu sein, während draussen die Natur macht, was sie will. Die Tasse Tee oder Kaffee, die viel besser schmeckt, wenn es draussen richtig dunkel vor lauter Wolken ist und der Regen gegen die Fenster peitscht. Eine Kerze, die diese Gemütlichkeit noch unterstreicht… und schwupps… fast tiefenentspannt.
Schönheit ist nicht immer still und sanft, sondern manchmal unbeherrscht, unberechenbar, wild und laut.


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