
Ich möchte euch heute ein Wort aus dem Schwedischen vorstellen: Lillördag. Wörtlich übersetzt bedeutet es „kleiner Samstag“, meint aber tatsächlich den Mittwoch. Der Tag in der Mitte der Woche, aber auch eine Art kleines, bewusstes Innehalten. Ein Mini-Wochenende, schon die Hälfte der Woche vorbei.
Seinen Ursprung hat dieser Ausdruck in einer Zeit, in der Dienstmädchen auch am Samstag arbeiten mussten. Ihr freier Tag war oft der Mittwoch, der sogenannte Piglördag, der „Samstag der Mägde“.
Ein geschenkter Tag inmitten der Woche.
Heute ist daraus etwas geblieben, das ich schön finde: Die Idee, sich mitten im Alltag eine kleine Pause zu erlauben.
Ein Glas Wein am Abend oder gemütlich einen guten, heissen Tee.
Etwas besonders Feines kochen.
Sich mit jemandem treffen.
Oder einfach bewusst nichts tun oder etwas tun, was uns besonders gut tut. Irgendetwas, das man nicht muss, sondern darf und will.
Ich mag dieses Wort und seine Bedeutung weil es ein bisschen gegen dieses Gefühl arbeitet, dass wir immer erst bis zum Wochenende durchhalten müssen. Dass wir uns keine Pause gönnen und voll durchziehen. Dass alles Wichtige, Schöne, Leichte immer irgendwann später kommt.
Am Freitag.
Am Samstag.
Wenn alles erledigt ist.
Aber was, wenn wir nicht warten? Was, wenn wir uns mitten in der Woche einen kleinen Moment herausnehmen, der nur uns gehört?
Ein kleines Durchatmen.
Ein kleiner Lichtpunkt.
Vielleicht geht es bei Lillördag gar nicht darum, den Mittwoch gross zu feiern, sondern darum, ihm eine andere Bedeutung zu geben.
Weg vom „noch drei Tage bis Freitag“ hin zu: Heute ist mein kleiner Samstag. Ein besonderer Tag.
Vielleicht fühlt sich die Woche dadurch ein kleines bisschen weniger stressig an. Einfach so, dass uns nicht nur das, was wir tun möchten Spass macht, sondern auch das, was wir tun müssen, weil wir uns Pausen gönnen und unsere Energie und Kraft einteilen.


Hinterlasse einen Kommentar