Ich möchte euch Isabella Bird vorstellen


Geboren wurde Isabella Bird am 15. Oktober 1831 in England.
Sie war ein Mädchen, das schon früh nicht so ganz in das Bild passte, das man damals von Frauen hatte und vielleicht auch nicht in das Leben, das für sie vorgesehen war.

Isabella war oft krank. Ihr Körper machte ihr zu schaffen. Sie litt unter starken Rückenschmerzen, war erschöpft und empfindlich. Und so kam von den Ärzten ein Rat, der zunächst einfach klingt und doch ihr ganzes Leben verändern sollte: Man empfahl ihr frische Luft, Bewegung, Spaziergänge, Reisen.

Was für viele ein kleiner Spaziergang gewesen wäre, wurde für sie etwas ganz anderes. Sie ging. Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern weit. Sehr weit.

Sie reiste durch die Rocky Mountains, durchquerte Japan zu einer Zeit, als das Land sich gerade erst langsam öffnete. Sie war in China, Korea, im Nahen Osten unterwegs. Orte, die damals nicht einfach „Reiseziele“ waren, sondern echte Abenteuer. Ungewiss, anstrengend und nicht selten auch gefährlich, gerade als Frau. Ja, sie war allein unerwegs. Sehr, sehr ungewöhnlich zu dieser Zeit.

In einer Zeit, in der Frauen zu Hause bleiben sollten. Unauffällig, still und sich kümmernd. Ganz sicher nicht auf Pferden durch wilde Landschaften reiten oder fremde Länder erkunden.

Aber genau das tat sie. Und sie schrieb über das, was sie sah. Über Menschen, über Kulturen und über Landschaften. Nicht nur oberflächlich, sondern mit einem Blick, der hinschauen und wirklich verstehen wollte.
Sie ist nicht nur gereist, um weg zu sein, sondern um ganz vieles zu erleben, zu erfahren, zu lernen. Und um der Welt in ihren Büchern davon zu erzählen. Das Reisen bedeutete ermöglichte es ihr, den viktorianischen Konventionen mit all den weiblichen Pflichten zu entkommen, Freiheit zu erleben.

Die Bücher von Isabella Bird waren tatsächlich schon zu ihren Lebzeiten Bestseller. Atemberaubend und poetisch beschrieb sie in ihren Reisebüchern ihre zahlreichen Abenteuer in fernen Ländern.
Auch heute noch werden ihre Bücher gelesen, gehört oder sind im Internet zu finden.

Wenn ich an Isabella Bird denke, dann denke ich nicht nur an eine Frau, die viel gesehen hat.
Ich denke an jemanden, die einen Rat angenommen hat – „geh an die frische Luft“ – und daraus ein wahnsinnig abenteuerliches Leben gemacht hat. Ein Leben, das viel weiter war als die Grenzen, die die Gesellschaft ihr gesetzt hatte.

Und ich frage mich ein bisschen: Was wäre, wenn wir solche kleinen Sätze manchmal ernster nehmen würden? Wenn wir ihnen und auch uns mehr Raum geben würden, sich / uns noch mehr zu entfalten?

So beginnt Veränderung. Entwicklung… Mit einem Schritt.

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.