Drei kleine Superhelden – der verletzte Vogel


Tina hat im Gras einen verletzten Vogel entdeckt. (Bild: ChatGPT)

Es war ein ruhiger, sonniger Morgen im Garten. Die drei kleinen Superhelden Jimmy, Arja und Tina lagen noch etwas verschlafen in ihrem gemütlichen Häuschen im Gehege. Nur die Vögel zwitscherten schon fröhlich in den Bäumen, ansonsten war es noch ganz still. Die Welt schien noch zu schlafen.

Plötzlich hörte Tina ein leises Piep… piep… Es klang anders als sonst. Nicht fröhlich, sondern schwach und traurig. Neugierig tapste sie nach draussen, um nachzuschauen, was denn da los war. Sie entdeckte etwas Kleines im Gras, gleich ausserhalb des Geheges. Es war ein winziges Vögelchen mit zerzausten Federn und einem Flügel, der seltsam schief vom Körper abstand. Es zitterte und konnte sich kaum bewegen.

„Arja! Jimmy! Kommt schnell!“, rief Tina aufgeregt.
Alle drei drängten sich ans Gitter und beobachteten den kleinen Vogel. Sie wussten sofort: Hier stimmt etwas nicht. Der braucht Hilfe! Die Menschen-Mama musste kommen, um ihm zu helfen. Sie würde ganz bestimmt wissen, was zu tun ist.
Doch wie sollten sie die Menschen-Mama nun auf den Vogel aufmerksam machen?

Arja begann laut zu fiepen, Jimmy stiess ein schrilles Quieken aus und Tina lief aufgeregt im Gehege auf und ab und rieb ihre Nase am Gitter. Gemeinsam machten sie so viel Lärm, wie sie nur konnten.

Und tatsächlich, nach kurzer Zeit kam die Mama in den Garten. Sie hatte die Meerschweinchen gehört und wunderte sich, warum sie so laut pfiffen. Das machten sie nämlich nur, wenn sie ganz aufgeregt waren. So liess sie ihren Kaffee stehen und lief raus, um nachzusehen.
„Was ist denn los mit euch?“, fragte sie verwundert.

Dann entdeckte sie den kleinen Vogel.
„Oh nein, du armes Ding. Bist du verletzt?“ murmelte sie, kniete sich hin und hob ihn ganz vorsichtig mit einem Tuch auf. Der Vogel bewegte sich kaum, aber er war noch am Leben. Die Mama verschwand ins Haus, um den Tierarzt anzurufen. Als sie kurz darauf mit der Transport-Box zurückkam, sagte sie: „So, jetzt bring ich dich zum Arzt. Und du, Jimmy, darfst heute mitkommen. Aber nur, wenn du brav bist!“

Jimmy war ganz aufgeregt. Er wurde vorsichtig zum Vogel in die Transport-Box gesetzt. Drinnen war es gemütlich weich und roch nach Heu und Lieblingsdecke. Er kuschelte sich ein und war gespannt. Auch der Vogel schien sich ein wenig zu beruhigen, war er doch jetzt in Sicherheit und hatte sogar einen kleinen Freund dabei, der ihm Gesellschaft leistete.

Während der Fahrt war es still im Auto, man hörte nur zwischendurch das leise Piepsen des Vogels. Jimmy war ganz still. Die Menschen-Mama redete dem Vögelchen leise zu und sagte, die Fahrt würde nicht lange dauern und es brauche keine Angst zu haben.
Beim Tierarzt wurde der kleine Vogel gründlich untersucht. „Er hat sich den Flügel verstaucht, aber er wird wieder gesund“, sagte der Tierarzt freundlich. „Ein paar Tage Ruhe, dann kann er wieder fliegen.“
Sie fuhren dann beim Heimfahren bei der Vogelwarte Sempach vorbei und die Meerschweinchen-Mama brachte den Vogel schnell hinein. Dort war er gut aufgehoben, bis er wieder fliegen konnte.

Jimmy sah stolz aus der Box. Ein richtiger Superheld eben!

Am Abend erzählte Jimmy seinen Freundinnen alles ganz genau: wie der Tierarzt ausgesehen hatte, wie der kleine Vogel untersucht wurde und dass er einen verletzten Flügel hatte, von der Autofahrt, von der Vogelwarte und wie tapfer er selbst gewesen war. DAS natürlich ganz besonders ausführlich.
Arja und Tina hörten aufmerksam zu. Gemeinsam kuschelten sich die drei in ihr Häuschen und waren ziemlich stolz darauf, dass sie dem Vogel helfen konnten.

Und draussen, auf einem Ast, sass ein Vogel und zwitscherte ein Lied, als wolle er sich bedanken.

ENDE.

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.