Stehen bleiben, um vorwärts zu kommen

Kennt ihr die Situation, wo ihr euch – bildlich gesprochen – vor einem Berg stehen seht, der unglaublich hoch, steil und felsig ist und ihr müsst ihn überwinden oder Stein für Stein abbauen? Ihr seht keinen anderen Weg!
Das kann eine Situation sein, die uns total überfordert, zu viel Arbeit und Druck, die Bewältigung von Problemen usw. Kennen wir alle, oder?

Nun stehen wir am Fuss dieses Berges, den Kopf tief in den Nacken gelegt, den Blick nach oben gerichtet zum Gipfel, der weit, weit oben in den Wolken kaum sichtbar ist. Und es nimmt uns den Atem, bevor wir überhaupt den ersten Schritt gemacht haben. Wir haben den Überblick total verloren, die Situation droht uns mit Haut und Haaren aufzufressen. Es ist einfach zuviel! Wir sind wie gelähmt, alles scheint unmöglich zu sein, zu anstrengend, wir kommen so einfach nicht auf die Beine… Ein Ding der Unmöglichkeit, das alles zu schaffen!
Am liebsten würden wir aufgeben. Uns auf den Boden legen, irgendwo verkriechen und weinen. Oder am besten sogar gleich sterben.

Vielleicht braucht es ein wenig Lebenserfahrung oder halt einfach das Wissen, diese Situation schon ein paar Mal erlebt zu haben um zu wissen, was uns jetzt helfen könnte.
Mir hilft schon nur allein dieses Wissen ziemlich. Nämlich das Wissen, dass ich diese Situation so ähnlich schon erlebt habe bzw. nicht die Situation selbst, sonders das Gefühl, nicht mehr weiter zu wissen, nicht mehr weiter zu können. Und auch das Wissen, dass ich es bisher immer geschafft habe. Und ich weiss gut, was mir dann hilft. Und das ist der erste Schritt in Richtung Gipfel.

Manchmal muss man stehen bleiben oder einen Schritt zurück machen, um einen Schritt vorwärts machen zu können.

Als erstes bleibe ich stehen. Wenn ich viel zu nah dran bin, muss ich sogar ein, zwei Schritte rückwärts gehen.
Mit beiden Füssen fest auf dem Boden stehend einige Male tief durchatmen, zur Ruhe kommen. Und dann kann ich beginnen, mich umzuschauen, mich zu orientieren. Mir den Berg ganz genau anzusehen und merken, dass er mit ein bisschen Distanz betrachtet, nicht mehr ganz so hoch wirkt.
Vielleicht sehe ich sogar noch einen Weg, der nicht über den Gipfel führt, der einfacher zu meistern ist. Oder ich entdecke einen Weggefährten, der mich an der Hand nimmt oder ich ihn.
Und sogar, wenn ich das alleine schaffen muss, dann schaffe ich das jetzt. Nicht mit einem einzigen Sprung gleich auf den Gipfel, sondern Schritt für Schritt. Indem ich meine Energie gut einteile, Stück für Stück abarbeite und mir Ruhepausen einbaue. Ich kann mir Hilfsmittel besorgen oder andere Menschen um Hilfe bitten.
Das wichtigste für mich ist aber, nicht wieder in den Strudel der Überforderung zu geraten und den Überblick zu verlieren. Immer schön auf dem Boden bleiben, atmen und langsam vorwärts gehen und so ist alles zu schaffen.

Und wenn ich das alles schaffen kann, dann könnt auch ihr das. Ganz sicher!

Ich habe mich vor langer Zeit mit dem Mond unterhalten. Ich habe ihm von meinen Sorgen und Bergen erzählt und er hat gelächelt und gesagt, dass soooo vieles von ihm aus betrachtet keine so grosse Rolle mehr spielt.

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