Weniger ist mehr

Unsere Möglichkeiten sind riesengross, um nicht zu sagen masslos. Fast alles ist möglich und noch viel mehr. Dauernd neue Angebote, höher, weiter, schneller. Die Welt dreht sich und wir uns mit ihr.

Ich möchte nicht behaupten, dass es schlecht ist, so viele Möglichkeiten zu haben. Wir haben dadurch auch die Chance, unseren Horizont zu erweitern, viele Erfahrungen zu machen, unsere Grenzen zu überschreiten, dazu zu lernen und ganz schön viel Neues zu entdecken, egal auf welchem Gebiet, egal zu welchem Thema. Für mich persönlich ist das gut. Ich kann gut entscheiden, was mich interessiert und was nicht und ich muss längst nicht auf jeden trendigen Zug aufspringen.

Das einzige, wodurch wir uns einschränken lassen, sind unsere Finanzen, die fehlende Zeit und manchmal wohl auch von unserer Vernunft. Aber auch immer mehr von unserer mangelnden Energie, denn all die Möglichkeiten erzeugen durchaus auch Stress, Leistungsdruck und Konkurrenzdenken. Sie beschränken sich ja auch nicht nur auf unsere Freizeit, sondern spielen auch in der Berufswelt eine grosse Rolle, mehr Leistung und Flexibilität wird gefordert.
Es wird immer schwieriger, zur Ruhe zu kommen, sich zu erholen, die leeren Batterien aufzuladen.
Unsere Gesundheit leidet. Physisch oder psychisch oder beides, denn Körper
und Seele sind miteinander verbunden, eines wird nicht ohne das andere müde oder krank. Wir wissen das. Und doch müssen wir weiter machen, denn wir müssen Geld verdienen, Rechnungen bezahlen, einen Lebensstandard halten. Wir haben Verpflichtungen.

Nicht alle können damit gut umgehen. Die grosse Vielfalt kann auch Angst machen, und überfordern, glaube ich. Wir sehen viel, hören viel. Oder sogar alles. Weltweit. Ich erkläre mir so zum Teil die Zunahme an rassistisch eingestellten Menschen, die Zunahme an Extremismus, egal welcher Art auch. Menschen suchen nach Sicherheit. Wir sind mit viel Fremdem konfrontiert. Einige empfinden das – so wie ich – als Bereicherung und interessant. Andere empfinden es als Bedrohung, sie bekommen Ängste.
Damit kommen wir zu einem ganz anderen Thema, worauf ich nicht eingehen will heute.

Ich merke das alles an mir ja auch. Angst habe ich keine, ich finde Neues interessant und kann mich gut abgrenzen, wenn es mich entweder nicht interessiert oder mir zuviel wird. Ich kann das. Und doch spüre ich die Müdigkeit und Ruhelosigkeit auch in mir.

Ich lasse mich gerne einschränken bzw schränke mich selbst ein. Ich mag es, mich für ein paar Themen besonders zu interessieren und mich zu darin zu vertiefen. Ich weiss lieber nicht alles, was auf der Welt passiert, dafür einiges davon richtig.
Oder dasselbe mit Menschen. Ich mag es, die Menschen, die mir nahe stehen zu kennen. Richtig. Genau zu wissen, wer sie sind und was sie interessiert. Für sie da zu sein. Ich muss nicht mit mit jedem befreundet sein. Nicht mehr.

Weniger ist tatsächlich oft mehr. Ausser bei Cheesecake. Da natürlich nicht. 🙂

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