
Manchmal sind es weder grosse Reden, die wir brauchen, noch perfekten Lösungen oder Menschen, die auf jede Frage eine Antwort haben.
Manchmal brauchen wir nur drei (vier) kleine Worte:
Allt blir bra — Alles wird gut.
Dieser Satz stammt aus dem Schwedischen und begegnet einem dort immer wieder. Auf Karten, an Hauswänden, auf Bildern oder einfach als Ermutigung von einem Menschen zum anderen. Und vielleicht ist genau das seine besondere Stärke.
Er verspricht nicht, dass alles einfach wird. Er behauptet nicht, dass morgen plötzlich alle Probleme verschwunden sind oder dass der Weg leicht sein wird. Er sagt nicht, dass wir nie wieder traurig sein werden.
Er sagt nur: Es wird gut. Irgendwann. Auf irgendeine Weise. Vielleicht ein anderes Gut, als du es dir wünschst oder erhoffst, aber doch gut…
Ich glaube, viele Menschen verstehen diesen Satz falsch. Sie denken, er bedeute, dass am Ende alles perfekt wird. Aber das stimmt nicht. Dinge werden nicht ungeschehen, es gibt Wunden, die bleiben. Manche Verluste begleiten uns ein Leben lang und werden zu einem Teil von uns. Hoffentlich irgendwann ein geheilter.
Manche Träume erfüllen sich nie und trotzdem kann etwas gut werden. Anders als geplant, als erhofft. Aber trotzdem wieder besser und irgendwann gut.
Ich finde diese Worte wichtig. Sie helfen mir, den Lebensmut nie zu verlieren und an eine Entwicklung glauben zu können. Aber nicht nur das, sondern auch daran, dass ich diese Entwicklung mitgestalten kann, indem ich Vertrauen habe und mich auf den Weg mache, um dieses „Gut“ wieder zu erleben. Zu heilen.
Wenn ich auf mein eigenes Leben zurückblicke, gab es Momente, in denen ich mir nicht vorstellen konnte, dass sich etwas jemals wieder leicht anfühlen würde. Und doch kam irgendwann ein Tag, an dem ich wieder gelacht habe, mich an die Situation gewöhnt und mich mit ihr arrangiert habe oder sie sich natürlich verändert hat.
Diese Tage in meinem Leben, an denen ich merkte, dass ich stärker geworden bin, als ich dachte, das waren sehr gute, stärkende Tage.
Allt blir bra bedeutet, so wie ich es verstehe nicht, dass das Leben uns verschont, sondern dass wir lernen, mit dem Leben zu wachsen.


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