
Ein Wort aus dem Finnischen, das sich kaum übersetzen lässt. Solche Worte liebe ich ja bekanntlich. Es beschreibt eine stille, innere Kraft – eine Form von Mut, Durchhaltevermögen und unbeugsamer Entschlossenheit. Unerschütterlich, ruhig und tief.
Der Ursprung des Wortes liegt im finnischen sisä, was so viel bedeutet wie „innen“ oder „das Innere“. Sisu ist also nichts, das von aussen kommt. Es ist etwas, das in uns wohnt. Etwas, das bleibt, wenn alles andere längst gegangen oder vergangen ist.
Es gibt Tage, da fühlt sich alles schwer an. Nicht nur ein bisschen schwer, sondern so, als würde sogar das Atmen mehr Kraft brauchen als sonst. Die Schritte sind langsamer, die Gedanken lauter.
Und irgendwo zwischen all dem fragt man sich leise: Wie lange noch?
Und genau dort beginnt Sisu. Nicht dann, wenn alles gut ist und wir stark sind und voller Energie, sondern dann, wenn wir müde sind, zweifeln. Wenn wir eigentlich stehen bleiben möchten, uns am liebsten hinlegen möchten auf den Boden und einfach liegen bleiben möchten.
Sisu ist kein grosses Aufbäumen. Es ist kein „Ich schaffe das schon!“ mit erhobener Faust. Aber es ist die leise, starke Stimme in uns, die will dass wir uns nicht auf den Boden legen und liegen bleiben, sondern weiter gehen. Vielleicht nur einen Schritt für den Anfang. Langsam.
Es ist die Entscheidung, morgens aufzustehen, obwohl der Körper müde ist, vielleicht die Seele auch.
Es ist das Weitermachen, obwohl niemand klatscht oder sieht, wie wir am Kämpfen sind.
Es ist das Durchhalten, ohne zu wissen, wann es leichter wird.
Und ganz oft bedeutet Sisu auch einfach, sich selbst nicht aufzugeben.


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