Burn the map


Burn the map.
You weren‘t made
for straight lines.
You were made
for wrong ways
and wild turns
that bring you home.

Das habe ich mal irgendwo gelesen und mir notiert, weiss aber leider die Quelle nicht mehr (sorry!)

Und es ist so wahr, nicht?

Manchmal wünschen wir uns ein geradeliniges Leben. Langweilig sollte es aber schon auch nicht sein. Natürlich möchten wir auch etwas erleben und Erfahrungen machen, aber wenn wir wählen dürften, dann lieber vor allem gute.
Aber wir dürfen nicht wählen.

Ist es nicht so, dass wir Menschen so gern frei wären und kaufen uns aber eigentlich mit all unserem Besitztum und unserem Lebensstil immer noch mehr Verpflichtungen ein… Fühlen uns so unendlich frei, sind es aber gar nicht.

Da funktioniert ja jede:r anders und das ist ja auch gut so. Meine Erfahrung ist es, dass wenn das Leben einem genug aufbürdet und einem vieles zum Tragen und Durchstehen gibt, dann ist das ja eigentlich schon viel mehr Nervenkitzel, als man es sich eigentlich wünschen könnte. Ich glaube, die meisten solcher Menschen brauchen sich dies dann nicht noch künstlich irgendwie zu beschaffen, um sich durch konstruierte Erlebnisse lebendig zu fühlen.
Ich für mich kann sagen, dass es mir nach den letzten Jahren tatsächlich sehr recht ist, wenn es jetzt einfach mal ein bisschen ruhiger ist. Und ja, es darf auch gerne langweilig sein, denn ich empfinde dies nicht als langweilig, sondern als aufatmen und zur Ruhe kommen. Ich liebe es sehr.

Führen vielleicht viele Verluste uns Menschen zu viel mehr Zufriedenheit für das, was man hat? Oder ist es eher so, dass uns ganz viele Verluste für immer prägen und uns verwundet hinterlassen?
Vermutlich ein bisschen von beidem und wenn man es steuern kann und das kann man, dann ist es klug, sich nicht zu sehr vom Negativ-Strudel runterziehen zu lassen…

Es gibt ja viel, viel mehr als nur unendliche Trauer, Verlust und das grosse Glück. Ich glaube, das ist eine der wichtigen Lektionen im Leben.

Jedenfalls bin ich vom Thema ein bisschen abgekommen und auch das passt ganz gut…. Denn das Leben ist nicht gradlinig. Unser Denken ist es auch nicht. Da ist so vieles! Tausend Wege führen irgendwo hin und manchmal meinen wir zu wissen, wo wir hin möchten, sollen oder müssen. Hin und wieder klappt das und ganz oft nehmen wir andere Wege und wer weiss, wo wir landen werden, um auch dort nicht zu verweilen. Denn das Leben zieht uns immer weiter und das ist durchaus sehr bildlich gemeint. Auch wenn wir körperlich jahrelang in der selben Umgebung leben, kann unser Geist sich auf Reisen machen. Das nennt sich Entwicklung und vielleicht gibt es auf dieser Welt nichts, das spannender als das ist…

Ich glaube tatsächlich, dass wir dafür gemacht sind.…
Wir sollen nicht immer auf dem vermeintlich richtigen Weg bleiben. Wir sollen andere ausprobieren, abbiegen und unsere Erfahrungen auch auf falschen Wegen machen und schauen, wohin sie alle uns führen.
Wir sollen auf diesen Wegen Menschen begegnen und Menschen ermöglich, UNS zu begegnen. Wir sollen uns bereichern, aber auch bereichern lassen. Lernen, was wir für uns möchten und was nicht.
Wir dürfen andern davon erzählen, wenn wir gerade durch einen Sturm gehen, denn andere gehen auch durch Stürme und viele trauen nicht, darüber zu sprechen. Wir dürfen anderen unter die Arme greifen oder ein paar freundliche Worte zu ihnen sagen und uns darüber freuen, wenn uns jemand einen Schirm aufhält, wenn wir im Regen alle Hände voll haben….
Wir sind gemacht für die Kurven des Lebens, für Steigungen und Talfahrten, die uns nach Hause bringen…. Wo auch immer das sein wird…. (wohl ganz nah bei uns selbst).

Auf all diesen Wegen findet unser ganzes Leben statt. Ohne Landkarte. Wir dürfen einfach drauflos gehen….

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und am Ende einfach ein Mensch auf dieser Erde wie jeder andere auch.