Schöne Worte: Candor


Es gibt Wörter, die tragen schon in ihrem Klang etwas Sanftes, etwas Wohltuendes in sich. Diese Beschreibung passt auch ganz gut zum Wort Candor.

Candor ist altes lateinisches Wort, das die Menschen schon vor vielen Jahrhunderten verwendeten, um ein ganz bestimmtes Licht zu beschreiben. Kein grelles Licht und auch kein blendender Schein. Sondern ein warmes, reines Leuchten, das an Kerzen erinnert und an Glut. Wärmend.

Candor stammt vom lateinischen Verb candere, was bedeutet: glühen, strahlen, warm leuchten.

Derselbe Wortstamm steckt auch in candela (die Kerze) und in candidus, was rein, strahlend, hell bedeutet. Es ist also ein Wort, das aus einer ganzen Familie von Licht kommt. Ein Wort, das mit jeder Bedeutung ein neues Flackern, einen neuen Ton von Helligkeit in sich trägt.

In seinem Kern meint Candor nicht einfach Licht. Es meint ein Licht, das von innen kommt.
Ein Leuchten, das ganz unaufdringlich und auch sanft ist, das nicht sich selbst in den Mittelpunkt stellt. Candor ist still. Und es ist stark. Es ist das warme Glühen, das bleibt, wenn alles andere dunkel wird. Das kleine Flämmchen im Menschen, das sich weigert, zu verlöschen.

Vielleicht ist es gerade das, was uns im Advent so tief berührt.

Diese Wochen, in denen wir Kerzen anzünden, Fenstersterne aufhängen, in die Dunkelheit hinausleuchten. Wir suchen nicht das strahlendste Licht, wir suchen das wahrste. Das, das uns wärmt. Das, das uns durchträgt. Das, das sagt: Ich bin hier und niemand ist allein. Überall leuchtet es.

Candor erinnert uns daran, dass Wärme in den feinsten Gesten liegen kann.
In einem Blick.
In einem „Ich denke an dich“.
In einem kleinen Stern, der still am Fenster hängt.

Vielleicht sind wir alle ein bisschen wie Kerzen:
Manchmal ruhig, manchmal aber auch unsicher flackernd.
Wenn wir leuchten, dann mit einer Tiefe und einer Wärme, die weit über uns hinausgeht.

Und genau das ist Candor. Das stille, warme Leuchten, das den Advent ausfüllt und manchmal auch darüber hinaus… ✨

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und am Ende einfach ein Mensch auf dieser Erde wie jeder andere auch.