
Everything is going to be fine in the end.
If it´s not fine it´s not the end.
Oscar Wilde
Als ich vorhin nach diesem Zitat von Oscar Wilde gesucht habe, weil ich es in english wollte, habe ich realisiert, wieviele kluge Dinge er über das Leben und über die Menschen gesagt hat.
Ich glaube, kluge Dinge kann nur jemand sagen, der:die zum einen viel erlebt und sich zum andern dann noch viele Gedanken über all das macht. Denn ohne Nachdenken und Verarbeitung sind Erlebnisse nur Erlebnisse. Zu Erfahrungen werden sie, wenn wir uns mit ihnen innerlich auseinandersetzen.
Oben genanntes Zitat finde ich wunderschön. Ich kenne es seit Jahren. Und der Glaube daran hält uns am Leben. Die Hoffnung auf das Gute im Leben.
Aber es ist falsch. Nicht immer, aber oft.
Nicht immer wird am Ende alles gut. Ganz oft passieren Katastrophen, die Menschen zerbrochen und fassungslos hinter sich lassen. Und dann geht das Leben trotzdem weiter. Und irgendwann kommt alles wieder besser. Aber nicht, weil es vorher nicht schon gut war und nicht weil jetzt alles noch viel besser ist, sondern einfach weil wir Menschen überleben müssen und dies schlussendlich wohl auch wollen. Deswegen rappeln wir uns zusammen und leben weiter. Wir sind stark und tapfer, wir bemühen uns, uns zu erholen, wir therapieren uns und lernen zu verarbeiten und zu verdrängen. Wir tragen innere Überlebenskämpfe aus, von aussen nicht sichtbar. Und wir funktionieren jedesmal, wenn eine Katastrophe passiert, einfach so schnell wie möglich wieder. Für uns und aber auch ganz stark für die andern.
Wir machen das Beste aus allen. Hat „das Beste draus machen“ aber das Potential dafür, richtig super zu werden?
Es endet nicht immer alles gut. Manchmal enden Dinge sogar ganz schrecklich. Manchmal will es das Schicksal so und vermutlich liegt es in der Natur der Dinge, weil wir Enden gegenüber eher kritisch eingestellt sind, unschöne Erfahrungen damit verbinden. Verstehe ich zu 100%.
Enden sind ganz oft endgültig, der Name sagt es ja bereits. So sind sie mit Verlusten und Trauer verbunden. Nicht selten ist dabei für jemanden das Leben zu Ende.
Andere Enden macht nicht das Leben, sondern der Mensch. Ich glaube, sehr oft könnten Dinge anders enden. So, dass sie verstehen werden. So dass keine:r neben der Traurigkeit auch noch verunsichert und mit hundert uneantworteten Fragen allein da steht.
Manche Enden sind herausfordernd und niederschmetternd. Manche sind erleichternd, befreiend. Und immer bieten sie uns einen neuen Anfang an. Veränderungen.
Ausser wenn wir gestorben sind. Dann nicht.
Jedenfalls nicht für uns.
Bis dahin glauben wir immer wieder ganz fest daran, dass wirklich eines Tages alles gut wird. Denn was würde das Leben ohne diesen Glauben für einen Sinn machen?



Hinterlasse einen Kommentar