Ein Virus, der Glückshormone ausschüttet….

Ein Virus bringt fast die ganze Welt total durcheinander.
Jedenfalls unsere.
Dem einen bringt es sehr viel Zeit, dem andern sehr viel Stress.
Dem einen bringt es Krankheit, vielleicht sogar Tod, der andere merkt nicht mal etwas davon. Dem einen bringt es Existenzängste oder gar den finanziellen Ruin, der andere verdient sich an der ganzen Sache eine goldene Nase.
Ich glaube, viele fühlen sich momentan irgendwie mehr oder weniger einsam, jeder auf seine Art und Weise. Die Distanz zueinander, die fehlenden persönlichen Kontakte… das fehlt uns. Auch in diesem Bereich haben bestimmt viele ein Manko und andere genau das Gegenteil. Menschen, die sehr intensiv in der Pflege oder Betreuung oder vielleicht auch in den Läden arbeiten, waren in den letzten Wochen dem Kontakt mit anderen Menschen sehr intensiv „ausgesetzt“. Das kann zuviel werden und wirkt sich manchmal auch in der Freizeit mit Unlust auf Kontakte aus, obwohl die Qualität dieser Kontakte ganz anders ist, wenn man die professionelle von der freundschaftlichen Beziehung unterscheidet.

Ich weiss auch heute noch immer nicht, ob ich DAS Virus schreiben muss oder ob es DER Virus heisst. Falls ich es falsch mache, ist es nicht schlimm, denn ihr seid ja nachsichtig und nicht streng. Rechtschreibung und Grammatik sind mir sehr, sehr wichtig. Aber in diesem Fall habe ich keine Lust, zu recherchieren, wie es tatsächlich heisst und das zeigt genau auf, wie sehr mir der ganze Mist mit diesem Virus unterdessena auf den Sack geht.

Kommen wir aber zurück auf diesen Virus, der alles durcheinander bringt… Es ist, weil er uns unter Umständen sehr krank machen oder uns sogar umbringen kann.

So ein Virus ist ein destruktives Arschloch, ich kann es nicht anders sagen. Oder habt ihr schon mal von einem Virus gehört, der etwas Schönes bewirkt?
Wir wäre es mit einem Virus, der uns glänzendes, volles Haar beschert?
Oder Virus, der in unserem Hirn Glückshormone freisetzt?
Ein Virus, der Krebszellen abtötet?
Ein sehr, sehr ansteckender Virus, der rechtsradikales Gedankengut angreift und vernichtet?
Ein Virus, der uns motiviert, freundlich und hilfsbereit zueinander zu sein?
Oder vielleicht einer, der aus gestressten Menschen ruhigere, entspanntere macht?
Wunderbar wäre aber auch ein Virus, der unser Blick auf die Menschen und Dinge in unserer Umwelt versöhnlich und positiv stimmt.
Ein Virus, der es uns ermöglicht, nachts tief, fest und ruhig zu schlafen.
Und vielleicht ein Virus, der es uns ermöglicht, vorurteils- und angstfrei auf andere Menschen zuzugehen.
Einer, der es uns ermöglicht, alles so zu nehmen wie es kommt.
Ein Virus, der uns unsere Ängste nimmt und sich nachts in unseren Schlaf schleicht und unsere Träume beschützt.
Schön wäre ein Virus, der uns ein Blick auf das Wesentliche ermöglicht.
Ein Virus, der uns statt mit Hass, Neid und Missgunst, mit Freude und Liebe erfüllt.
Einer, der uns unseren Rucksack tragen lässt, ohne dass jemand darunter zusammenbrechen muss, denn alles was wir hinter uns gelassen haben, ist da nicht mehr drin.

Solche Viren wünsche ich mir und ich glaube, es gibt sie schon. Wir Menschen tragen sie in uns und es liegt in unserer Macht, sie grosszügig unter den Menschen zu verteilen. Das geht auch ganz gut, obwohl wir momentan Abstand halten müssen. Und ich freue mich darauf, wenn wir das irgendwann dann nicht mehr müssen, denn eine Umarmung und körperliche Nähe ist doch schon auch etwas Überlebensnotwendiges und stärkt uns unbestritten.

Nun heisst es weiterhin DURCHHALTEN und fleissig unsere positiven Viren mit Liebe auf andere zu übertragen.

Wir ernähren uns vom Interesse anderer

Interesse kommt vom Lateinischen und bedeutet „dazwischen sein“, „dabei sein“.
Als Interessen bezeichnen wir Dinge, die wir gerne tun, die uns gefallen, so wie zum Beispiel Hobbies.
Unser Interesse ist jedoch nicht nur auf „Dinge“ beschränkt, sondern vor allem auch auf Personen. Also Anteil nehmen am Leben eines anderen Menschen, ihn sympathisch finden, Dinge über ihn erfahren wollen, wissen wollen wie es ihm geht, was er so macht und eventuell Sachen mit ihm unternehmen, teilen. Interesse bedeutet immer auch, einer Person oder Sache eine gewisse Zuwendung zu schenken und auch Zeit. Und damit finde ich, ist Interesse etwas vom Wertvollsten, was man jemandem entgegen bringen kann.

Ich denke nicht, dass wir steuern können, wer oder was uns interessiert und was nicht. Bei Menschen hat das wohl viel mit der „Chemie“ zu tun, mit Sympathie. Bei Dingen mit Vorlieben.
So glaube ich auch nicht, dass ich es einem Menschen übel nehmen kann, wenn er sich nicht oder nicht mehr für mich interessiert. Kommt ja doch öfters vor. Das übel nehmen meine ich. Weil es halt nicht einfach ist, wenn von zwei Personen sich nur eine für den andern interessiert und der andere sich nicht.

Ich finde ja, dass der Mensch sich vom Interesse anderer ernährt.
Seelisch.
Ohne diese Zuwendung, ohne dass sich jemand für uns, unser Wohlbefinden, unsere Sorgen, Freuden und unser Tun interessiert, fehlt uns wohl auch der tiefere Austausch mit Mitmenschen und wir gehen daran langsam zugrunde. Werden unglücklich, einsam, krank…

Schön, dass ich nicht wirklich weiss, wovon ich gerade spreche. Oder jedenfalls nur in der Theorie.
Ich interessiere mich für sehr viele Dinge, will noch viel erfahren und lernen. Ich interessiere mich auch für Menschen. Für die, die in meinem Leben sind und immer wieder auch für andere, neue.

Ich finde ja, es gibt gar nichts Interessanteres als Menschen.