Wenn es dich deinen Seelenfrieden kostet…


„The price for anything
is the amount of life
you exchange for it.“

Bei „Preis“ denken wir zuerst an Geld. An einen Betrag und an etwas, das wir bezahlen und dann besitzen.

Der oben zitierte Satz on Henry David Thoreau verschiebt das alles ein kleines Stück und lädt zum Überdenken ein. Und wenn man dies tut, merkt man, dass es plötzlich nicht mehr so sehr um Geld geht, sondern um Energie und um ein ganz grosses Stück von uns selbst. Denn alles, was wir tun, kostet uns etwas und das ist mit Geld nicht zu messen oder zu bezahlen.
Jeder Gedanke, den wir festhalten, tausendmal im Kopf umdrehen.
Die Zeit, die wir mit jemandem oder etwas verbringen, die Gespräche, die wir führen.
Jede Sorge, die wir uns machen.
Jeder negative Gedanke, jedes Ärgern und auch jedes Lästern.

So tauschen wir Leben gegen etwas und sind uns dessen oft nicht bewusst. Denn wenn wir es wären, dann würden wir vielleicht ganz oft anders wählen. Positivere Dinge. Dinge, die uns genau so viel geben, wie sie nehmen oder auch Dinge, für die es sich lohnt, Energie, Zeit und Herzblut zu verschenken. Und nicht nur Dinge, auch Menschen, Tätigkeiten oder Gedankengut.

Ich glaube schon, dass wir Menschen oft zuviel oder zumindest viel Zeit mit mit Dingen verbringen, die uns nicht so gut tun. Wir sagen ja, obwohl wir eigentlich nein fühlen, weil wir meinen, unsere Grenzen seien falsch gesetzt und uns an andern, an der Gesellschaft, am Cool-Sein und Dazugehören messen wollen.
Wir geben Menschen und Dingen, über die wir uns ärgern oftmals viel Aufmerksamkeit, indem wir über sie nachdenken und sprechen.
Wir bleiben länger als notwendig in Situationen, die uns nicht gut tun.
Wir jagen Zielen hinterher, von denen wir glauben, dass sie uns irgendwann erfüllen werden, obwohl wir insgeheim genau wissen, dass es nicht so ist. Und währenddessen geben wir jedesmal etwas weg, das wir nicht zurückbekommen: unsere Zeit. Und es ist nicht nur Zeit. Es ist unsere LEBENSzeit.
Ich finde nicht alles daran nur falsch, muss ich sagen. Manchmal gibt es gute Gründe dafür und manchmal sind wir einfach für Veränderungen noch nicht parat. Es gibt aber auch durchaus einiges, was wir locker ändern können. So frage ich mich, warum so viele Menschen sich über so vieles und viele echauffieren können und offenbar darin Befriedigung finden, wo das doch so etwas Negatives ist. Und zwar für alle Beteiligten.

Ich finde, genau diese Überlegungen machen den Satz von Thoreau so kraftvoll. Ich mag ihn wirklich.
Wenn wir das was wir denken, tun und sprechen nämlich unter diesem Aspekt unter die Lupe nehmen und hinterfragen, dann verändert sich die Perspektive. Ist es das wert? Fühlt es sich richtig an? Würde ich diesen Moment genauso verbringen, wenn ich wüsste, dass genau das der Preis ist?

Es geht ja gar nicht darum, immer alles zu hinterfragen und der beste Mensch aller Zeiten zu werden. Nicht darum, jede Minute perfekt zu nutzen und nie im Leben etwas Negativem zu begegnen.
Aber darum, bewusster zu wählen, wofür wir unsere Zeit hergeben. Wofür wir unsere Energie einsetzen. Und als Folge davon dann. auch, was wir loslassen dürfen, weil es uns mehr nimmt als gibt.
Denn am Ende ist unser Leben genau das: Eine Sammlung von Momenten, eine begrenzte Anzahl Jahre, Tage, Stunden, die wir gegen etwas eingetauscht haben.

Ich glaube, es lohnt sich, sich bewusster zu sein darüber und weise zu wählen…

Ich habe mal gelesen „Wenn es dich deinen Seelenfrieden kostet, ist es zu teuer“ und ja, genau das denke ich auch. (Ich finde es übrigens auch zu teuer, wenn es jemand anderen seinen / ihren Seelenfrieden kostet.)

Die Zeit vergeht rasend schnell und so wie wir sie wahrnehmen, nur in eine Richtung… dem Ende entgegen. Es macht also Sinn, möglichst viel Zeit mit wunderbaren Menschen und Dingen zu verbringen. Damit, schöne Dinge zu sehen und zu praktizieren und damit so Verschwenderisch wie möglich umzugehen…

Eine Antwort zu „Wenn es dich deinen Seelenfrieden kostet…“

  1. Danke für diese schöne Erinnerung.

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.