Du bist hier.


Du bist hier.
Und oft doch nicht. Sehr oft sind wir gedanklich schon so weit voraus, dass wir gar nicht mehr richtig dort sind, wo wir gerade stehen.

„You will get there.
But right now you are here.
And here it’s beautiful.“

Wir denken zurück und auch voraus.
Unser Ziel ist das Wochenende, Urlaub oder der nächster Termin. Wir machen uns Sorgen über das, was kommen oder irgendwann sein könnte und wenn wir ehrlich sind, machen wir uns viel zu viel davon.
Wir haben Ziele, wollen irgendwo hin. Wir sind auf dem Weg zu diesem Irgendwo. Eigentlich immer. Der Gedanke, dass alles besser wird, wenn wir dort angekommen sind, der leitet uns, treibt uns an und motiviert uns. Dazu kommt noch unser Pflichtgefühl und Disziplin, nicht bei allen gleich stark ausgebildet, und eigentlich wollen wir längst nicht so viel, wie wir müssen, wenn wir ehrlich sind. Das kann durchaus auch Anspannung und Stress oder Druck erzeugen.

Also während wir den Fokus auf das lenken, was sein wird, was wir uns wünschen, was wir erreichen oder erledigen möchten, sollen oder müssen, uns viele, viele Gedanken machen über weiss nicht was alles, übersehen wir ganz oft das, was gerade da ist.

Dieses Jetzt.
Ich finde, dass es manchmal ganz schwierig ist, nur im Jetzt zu sein. „Nur im Jetzt“ ist ja vermutlich sowieso unmöglich, denn wir können ja alles andere nicht ausschalten. Die Vergangenheit prägt uns mit und ist in uns, ob wir das wollen oder nicht, ob wir das merken oder nicht. Und es gibt Dinge, die noch kommen, die unsere Gedanken einnehmen, an die wir denken müssen und die uns einfach beschäftigen. Es ist nicht zu verhindern, jedenfalls nicht komplett.

Dennoch finde ich auch, dass Achtsamkeit wichtig ist. Dass zur Ruhe kommen wichtig ist und dass das nur geht, wenn wir einige unserer Gedanken zwischendurch ein wenig ruhig(er)stellen können.
Es ist ja nicht nur das zur Ruhe kommen, das wichtig ist, sondern auch das was wir gerade jetzt machen, bewusst zu machen, konzentriert zu machen und möglichst voll da zu sein. Ich glaube, ohne dieses Bewusstsein ist es auch gar nicht möglich, etwas mit Herzblut und Passion zu machen.

Wenn wir es uns recht überlegen, ist doch das Jetzt auch der einzige Ort, an dem unser Leben wirklich passiert. Nicht im „bald“ oder im „morgen“. Nicht im „wenn“, sondern genau hier und jetzt.

Vielleicht verändert sich etwas, wenn wir aufhören, diesen Moment nur als Übergang zu sehen. Als leider notwendigen Weg zu unserem Ziel. Wenn wir ihm erlauben, auch etwas Eigenes zu sein, ein Teil unseres Weges, unseres Lebens. Denn eigentlich ist es bei weitem nicht nur das, denn dieser Moment IST unser Leben. Moment für Moment

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.