Drei kleine Superhelden – Ein Geheimnis auf leisen Pfoten


Es war ein ganz besonderer Morgen im Garten. Die Luft roch nach feuchter Erde und ersten Blüten und irgendwo ganz leise tropfte noch der Tau von den Halmen. Die Sonne schien in vollster Pracht und wärmte schon richtig schön.

Arja streckte vorsichtig ihre kleine Nase aus dem Häuschen. Ihr langes, schneeweisses Fell glitzerte im ersten Licht.
„Spürt ihr das auch?“, flüsterte sie.
Tina, deren hellbraunes Fell sanft im Morgenwind schimmerte, hob den Kopf. „Es ist irgendwie anders heute. Irgendwie geheimnisvoll, ich spüre es auch.“

Jimmy sass schon wach da, mit wachem Blick und ganz still.
„Hört mal.“ Die drei hielten inne.
Da war ein Geräusch. Ganz, ganz leise. Ein Rascheln war es. Ein sanftes Hopp… hopp… hopp…
Vorsichtig, um ja keine Geräusche zu machen, schlichen sie zum Rand ihres Geheges und spähten durch das Gras.

Und dann sahen sie ihn!
Einen grossen, braunen Hasen mit langen Ohren, der vorsichtig durch den Garten hoppelte. In einem kleinen Körbchen trug er bunte Eier mit sich: gelb wie die Sonne, blau wie der Himmel, rosa wie die ersten Blüten.

Der Hase blieb stehen, schaute sich um und begann dann, die Eier zu verstecken. Unter einem Blatt. Hinter einem Stein. Zwischen den Ästen im Gebüsch.
Ganz vorsichtig, als wäre jedes Ei ein kleines Geheimnis.

Arja hielt den Atem an. „Das ist ja der Osterhase…“
Tina lächelte ganz sanft. „Er ist wirklich da.“
Jimmy nickte.„Und wir dürfen ihn sehen, das ist etwas ganz Besonderes.“

Sie blieben ganz still. Kein Rascheln, kein Quieken. Nur ihre kleinen Herzen klopften ein bisschen schneller.

Der Osterhase hoppelte weiter, versteckte noch ein Ei und noch eines. Manchmal hielt er kurz inne und schaute sich um, als würde er spüren, dass er beobachtet wurde. Doch er wirkte nicht erschrocken. Eher ein wenig so, als wüsste er es ganz genau.

Als er fertig war, setzte er sich für einen Moment mitten in den Garten.
Die Sonne war inzwischen ein kleines Stück höher gestiegen, und das Licht legte sich warm über alles. Über die Pflanzen und Blumen im Garten, über die versteckten Ostereier und auch über die drei kleinen Meerschweinchen.

Für einen ganz kurzen Augenblick schaute der Osterhase direkt in ihre Richtung. Er schaute nicht erschrocken oder überrascht, sondern freundlich. Fast so, als würde er sagen: Ich weiss, dass ihr da seid.

Dann hoppelte er weiter. Ganz leise. Bis er zwischen den Büschen verschwand.

Für eine ganze Weile sagten die drei kleinen Superhelden nichts. Dann flüsterte Tina: „Das war ja wie ein Traum.“
Arja lächelte. „Aber wir waren wach.“
Jimmy sah sich im Garten um, wo nun überall kleine Farben leuchteten.

„Ich glaube, er hat uns ein Geheimnis gezeigt.“
„Welches?“ fragte Arja.
Jimmy antwortete leise: „Dass es Dinge gibt, die nur passieren, wenn man ganz still ist und genau hinschaut.“

Die drei setzten sich nebeneinander ins Gras. Sie sahen, wie die Menschen-Mama und das Menschen-Kind aus dem Haus kamen und überall im Garten die bunten Eier fanden und sich darüber freuten.

Und während die Sonne langsam höher stieg, wussten Jimmy, Arja und Tina: Dieser Morgen gehörte ihnen. Und einem kleinen Wunder, das kleine Pfoten hinterlassen hatten…

ENDE.

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.