Schöne Worte – Pihentagyú


pihent = ausgeruht
agyú = Gehirn

Es gibt Wörter, die scheinen uns heimlich zuzuzwinkern*. Pihentagyú ist so eines. Ein ungarisches Wort, das man beim ersten Mal vielleicht dreimal lesen muss, bis die Zunge weiss, wohin sie will und es einigermassen richtig klingt.
Und doch trägt es etwas unglaublich Charmantes in sich: Es beschreibt einen Geist, der auf ungewöhnliche Weise denkt – verspielt, quer, überraschend. Jemand, dessen Gedanken kleine Seitentüren finden, während andere noch vor der Haupttür stehen.

Ich mag das Bild dahinter. Dieses leichte, freie Denken, das nicht mühsam auf einer geraden Linie vorwärtsmarschiert, sondern kurz anhält, sich umschaut und dann eine Verbindung entdeckt, auf die niemand gekommen wäre. Ein bisschen wie ein Funke, der plötzlich überspringt, weil man zwei Dinge zusammenfügt, die auf den ersten Blick gar nichts miteinander zu tun haben.

Pihentagyú ist nicht bewertend und kein Urteil. Es ist eher ein liebevolles Staunen über Menschen, die auf ihre Art die Welt ein kleines bisschen bunter machen. Die nicht immer logisch sind – aber oft überraschend treffend. Die uns zum Lachen bringen, zum Nachdenken, oder einfach nur daran erinnern, dass man Gedanken auch mal schief anschauen darf.

Vielleicht kennen wir alle jemanden mit einem solchen Geist. Vielleicht sind wir manchmal selbst so: Wenn wir eine Idee haben, die plötzlich da ist wie ein kleines Licht, das keiner hat kommen sehen. Wenn wir merken, dass Kreativität sich oft in diesen zarten, spielerischen Seitensprüngen versteckt.

Pihentagyú ist ein Wort für die, die anders denken. Und ein Hinweis darauf, dass dieses „anders“ manchmal genau das ist, was uns weiterbringt.

*und was für ein absurdes Wort ist „zuzuzwinkern“?! 😄😝

Hinterlasse einen Kommentar

About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.