Schöne Worte — Pistanthrophobia


Es gibt Worte für Gefühle, von denen wir gar nicht wussten, dass sie einen Namen haben. Zum Beispiel das folgende:

Pistanthrophobia — die Angst, in einer Beziehung verletzt zu werden oder die Angst, anderen zu vertrauen, weil frühere Erfahrungen schmerzhaft waren.

Das Wort beschreibt etwas, das ganz sicher viele Menschen kennen. Vielleicht nicht immer bewusst, aber irgendwo im tiefsten Inneren.
Es ist dieses kleine Zögern, wenn jemand einem nahekommt und es einem plötzlich ZU nah vorkommt. Dieses vorsichtige Abwägen, das ABER, das immer wieder in diesen Momenten auftaucht. Das Flüstern im Inneren: Und wenn es wieder so weh tut?

Vertrauen ist etwas wahnsinnig Zerbrechliches. Es wächst langsam. Wenn es einmal so stark erschüttert wurde, dass ein Teil von uns darunter begraben wurde, kann es sein, dass wir deswegen ganz vorsichtig geworden sind.

Pistanthrophobie ist wohl eigentlich nicht nur eine Angst, sondern ist sie auch ein Zeichen dafür, dass jemand einmal sehr mutig vertraut hat. Denn nur wer wirklich vertraut hat, kann auch verletzt werden.
Heilung besteht nicht darin, nie wieder Angst zu haben, sondern darin, eines Tages wieder zu spüren, dass Vertrauen trotz allem möglich ist. Dass Menschen unterschiedlich sind und dass nicht jede Geschichte gleich endet.

Irgendwann vielleicht.

Vertrauen beginnt klein und ganz leise. Mit einem Gespräch, mit einem ehrlichen Blick oder mit dem Gefühl, dass jemand einfach konstant da ist, auch wenn wir uns in schwierigen Momenten zeigen. Verwuschelt — aber vom Leben.

Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst. Mut ist einfach der Moment, in dem wir trotz der Angst wieder ein kleines Stück Vertrauen wagen. Dort genau ist der Anfang von etwas Neuem…

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.