
Motaleka gehört zu den sogenannt neuen poetischen Begriffen. Es beschreibt den Moment des inneren Zurückweichens, wenn du erkennst, dass jemand (nur) die Version von dir mochte, die gerettet werden musste. Mehr als die, die sich selbst gefunden hat.
Es gibt Begegnungen, die sich erst im Rückblick erklären. Menschen, die damals wie Rettungsringe wirkten. Wie sichere Häfen nach einem Sturm. Sie waren präsent, hörten zu, trösteten, hielten deine Hand, als du selbst nicht wusstest, wohin mit all dem Schweren in dir.
Und manchmal war das echt. Aber manchmal auch nicht ganz.
Motaleka beschreibt diesen kleinen Schockmoment, wenn du plötzlich merkst, dass sich etwas verändert hat. Nicht im anderen, sondern in dir. Du brauchst kein Schutz, keine Rettung mehr.
Vielleicht ist eine schwierige Situation einfacher geworden oder vorbei oder du hast gelernt, Grenzen zu setzen, Entscheidungen zu treffen oder damit umzugehen. Vielleicht bist du ruhiger geworden. Klarer und weniger abhängig von Zustimmung.
Und genau dann passiert etwas Seltsames. Das Interesse lässt dieser anderen Person lässt nach. Gespräche werden kürzer, Nähe fühlt sich anders an. Vielleicht kühler, vielleicht distanzierter.
Es liegt nicht an dir, zB weil du schwieriger geworden bist, sondern weil du nicht mehr dieselbe Rolle spielst. Und wenn DU nicht mehr dieselbe Rolle spielst, verändert sich zwangsläufig auch diejenige der anderen Person.
Manche Menschen mögen das Gefühl, gebraucht zu werden, ganz besonders. Es gibt ihnen Sinn, Bedeutung, vielleicht in manchen Fällen sogar Macht, oft ohne dass sie es bewusst merken. Solange du wankst, können sie halten. Solange du suchst, können sie führen.
Doch wer neben dir stehen möchte, wenn alles wieder in besseren Bahnen läuft, braucht etwas anderes als die Fähigkeit zu retten. Er braucht die Fähigkeit, dich wachsen zu lassen und die Bereitschaft, diese Beziehung neu zu definieren.
Motaleka könnte ein bitteres Wort sein, aber es ist eher ein sehr ehrliches. Es bedeutet zu erkennen, dass Nähe manchmal an eine Version von uns gebunden war, die wir längst hinter uns gelassen haben. Dass Heilung Beziehungen verändern kann. Und dass nicht jede Verbindung den Weg mitgeht, den wir einschlagen.
Vielleicht ist das kein Verlust, obwohl es ganz oft genau so empfunden wird und schmerzhaft ist. Ich glaube, dass die gemeinsame Zeit wertschätzend zu würdigen ist und dass diese vergangene gemeinsame Phase beide wachsen liess, wenn auch nicht in dieselbe Richtung…
Das ist Motaleka.


Hinterlasse einen Kommentar