
Paracosm ist englisch, stammt aber aus dem Griechischen: para = neben, kosmos = Welt.
Paracosm bezeichnet eine ausgedehnte, innere Fantasiewelt. Ein gedankliches Universum mit eigenen Orten, Wesen, Regeln und Geschichten, das jemand über lange Zeit in sich erschaffen hat und in sich trägt.
Das hat mit Tagträumen nichts zu tun. Für die betroffene Person fühlt es sich vielmehr an wie ein zweites Zuhause, ein sicherer Ort.
Viele Kinder erschaffen sich solche Welten ganz selbstverständlich. ZB auch Tiere, die sprechen. Imaginäre Freunde:innen, die genau so lange bleiben, wie sie gebraucht werden. Ein Ort, an dem wir uns mit geschlossenen Augen wohl fühlen.
Und manchmal verschwinden sie nicht, wenn man erwachsen wird, sie werden meisens einfach nur stiller und treten noch ein bisschen mehr in den Hintergrund.
Ein Paracosm ist kein Flüchten vor der Realität. Es ist eher ein Raum, in dem Gefühle zum Ausdruck kommen dürfen, wenn sich Worte noch nicht finden.
Dort kann Mut aussehen wie ein Tier.
Trauer / Trost wie eine geheime Höhle.
Hoffnung wie ein Weg, der immer weitergeht.
Ich glaube, manche Menschen brauchen solche inneren Orte mehr als andere, weil ihre Gedanken nicht in geraden Linien denken, sondern in Bildern.
Fantasie ist manchmal verständlicher und einfacher als Logik. Und vielleicht ist Kreativität irgendwie genau dasselbe. Vielleicht hilft sie uns Menschen, die Tür zu diesem Ort offen zu lassen.
Ein Paracosm verschwindet nicht wirklich, er wartet.
Bis man wieder kurz vorbeischaut…. beim Schreiben, beim Zeichnen, oder auch mitten im Alltag, wenn die Welt für einen Moment ein bisschen eng geworden ist…


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