
Es begann mit einem falschen Schritt. Jimmy wollte heute Mittag zur Wasserschale laufen, doch plötzlich versank sein Vorderfüsschen im Boden. Nicht ganz, nur ein bisschen. So, als ob der Boden weich und matschig wäre, aber er was trocken.
Er sprang erschrocken zurück. „omg!! Der Boden ist kaputt! Er verschluckt mich!“
Mitten im Gehege, im Gras war ein kleines Loch. Es war rund und dunkel und eindeutig neu.
Tina beugte sich vorsichtig vor, um zu horchen und zu schauen. Sie hörte nichts. Arja legte sich flach daneben und roch hinein. „Das ist kein normales Loch. Es ist geheimnisvoll.“
Jimmy nickte ernst. „Ich glaube, ist der Eingang zu irgendwas.“
Und wie das so ist, Superhelden ignorieren keine Eingänge irgendwohin! Dem muss man auf den Grund gehen.
Sie schoben eine trockene Grashalm-Leiter hinein und warteten, ob etwas passiert. Sie lauschten. Und dann kam tatsächlich ein kleines Geräusch!
Es raschelte und wuschelte und krümmelte!
Die drei kleinen Superhelden erstarrten.„Etwas lebt da drin“ flüsterte Tina so leise es ging… Die beiden andere schauten sie entsetzt an.
Alle drei hatten ein bisschen Angst, aber Mut besteht bekanntlich aus drei Teilen: Ein Schritt vor, zwei Freunde dahinter.
Arja ging zuerst.
Sie steckte den Kopf hinein. Ein bisschen nur.
Und noch ein bisschen weiter.
Und noch ein bisschen.
Dann zog sie ihn langsam wieder heraus und schaute ihre Freunde mit ganz grossen Augen an.
„Da unten… ist eine Stadt.“
Natürlich glaubten Jimmy und Tina kein Wort davon und sie lachten sogar ein bisschen.
BIS. SIE. SELBST. HINEINSAHEN!
Da befand sich wirklich eine Stadt. Nicht so gross wie eine Menschen-Stadt natürlich, sondern winzig klein, voller Gänge und voller Bewegung. Es raschelte und wuschelte überall.
Unzählige kleine Käfer krabbelten zwischen Wurzeln und kleinen Steinen herum. Ein Wurm schob vorsichtig Erde zur Seite und rutschte schlängelnd vorwärts. Eine Ameise trug etwas herum, das viel grösser als sie war. Es war unglaublich und faszinierend.
Alles lebte!
Alles arbeitete.
Direkt unter ihren Füssen, da war nur ein wenig Erde dazwischen.
„Wir standen die ganze Zeit auf dem Zuhause von all diesen Tierchen“ murmelte Jimmy. Tina setzte sich ehrfürchtig hin.
„Wir müssen mehr aufpassen.“ Sie legten vorsichtig Rinde und Blätter über den Rand, damit niemand hineintritt und sie mieden diese Stelle nun beim Herumrennen.
Ab jetzt fanden sie das Loch im Gehege nicht mehr unheimlich. Die drei lagen daneben im Gras und schauten manchmal zu, wie eine Ameise oder ein Käfer sich aus dem Loch verirrte oder auf der Erdoberfläche nach Blättern und Gräsern suchten.
„Es ist gar kein Loch ohne Boden“ sagte Tina. Arja lächelte. „Nur ein Boden mit winzigen Bewohnerinnen und Bewohnern.“
Jimmy nickte und lief ab diesem Tag immer einen kleinen Bogen darum herum.
Superhelden retten manchmal ja die Welt. Und manchmal lernen sie, wo eine neue beginnt.
ENDE.


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