
Es gibt Menschen, die sind wie Wale.
Still.
Ruhig.
Fast unscheinbar.
Und doch tragen sie in sich ein ganzes Meer.
Ein tiefes, dunkles, weites Ozean-Herz.
Sie fühlen alles.
Nicht nur ein bisschen.
Nicht oberflächlich.
Sondern bis auf den tiefen Grund.
Aber von aussen wirken sie ruhig.
Gefasst.
Kontrolliert.
Sie weinen nicht laut.
Sie dramatisieren nicht.
Sie wissen nicht, wie man jemand spielt, der man nicht ist.
Sie fühlen intensiv, doch sie zeigen es kaum.
Ein Wal liebt nicht halb.
Wenn er liebt, dann ganz.
Ohne Hintertür.
Ohne Sicherheitsnetz.
Loyal bis zum Ende.
Wenn er verletzt wird,
zieht er sich zurück.
Es ist ihm nicht egal.
Er ist nicht kalt.
Sondern er will niemanden mit seiner Tiefe überfordern oder erdrücken.
Er hat gelernt, sein Leben und all seine Gefühle selbst zu tragen.
Er will niemandem zur Last fallen mit dem, was er in sich birgt wie tosende, laute Wellen.
Von aussen sieht man nur Stille.
Innen bewegt sich ein Ozean.
Die sogenannte Wal-Theorie ist kein wissenschaftliches Konzept.
Es ist ein Bild. Eine Metapher. Sie beschreibt Menschen, die emotional sehr tief sind und dies für sich behalten.
Menschen, die loyal sind, treu, ehrlich in ihrer Liebe und Zuneigung.
Menschen, die eher schweigen als klagen. Die eher fühlen als viel reden. Menschen, die an andere nicht grosse Ansprüche stellen, jedoch ganz viel von sich geben.
Und vielleicht auch Menschen, die oft missverstanden werden.
Denn wer stiller ist, wirkt schnell unnahbar.
Wer nicht viel fordert, scheint nichts zu brauchen, geht ein bisschen unter.
Genau das ist der traurige Teil: Viele laufen an ihrer Sanftheit vorbei, missverstehen, missinterpretieren…. Sie verwechseln Ruhe mit Kälte, Tiefe mit Distanz, Stille mit Desinteresse.
Ganz leicht wird übersehen, wie sehr auch ein Wal jemanden braucht, der keine Angst vor Tiefe hat. Jemanden, der nicht vor dem Ozean zurückschreckt. Jemand der gut schwimmen kann und keine Angst hat, dem Leben in die Augen zu schauen.
(Aber um ein wenig aus diesem Poetischen rauszukommen für einen Moment… Es ist natürlich auch schwierig, wenn jemand sich nicht mitteilt.)
Vielleicht bist du so ein Mensch.
Und vielleicht kennst du jemanden, der oder die so ist.
Möglicherweise hast du irgendwann gelernt,deine Wellen leiser und nicht ganz sooo hoch zu machen, damit sie niemanden umwerfen oder erschrecken.
Aber glaube mir, Tiefe ist nichts, wofür man sich schämen oder entschuldigen müsste. Nie.
Ein Ozean ist nicht too much. Er ist einfach nur tief und auch voller unentdeckter Geheimnisse. Manchmal ganz still, leicht und weich, manchmal aber auch wild, tosend und unglaublich laut.
Die Menschen, die für dich und für deinen Ozean die Richtigen sind, die haben keine Angst davor, zu schwimmen…
Die sogenannte „Wal-Theorie“ ist eine poetische Metapher, die in sozialen Medien kursiert. Ein eindeutiger Ursprung oder eine wissenschaftliche Quelle ist nicht bekannt.


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