
Zinzolin…. Schon beim Lesen klingt es melodisch und weich.
Zinzolin bezeichnet eine tiefe purpurrote Farbe, irgendwo zwischen Weinrot und dunklem Violett. Eine satte, reiche Farbe. Dramatisch und vornehm auf ihre eigene Art. Man beschreibt den Farbton oft als samtig, schwer, warm. Ein Rot mit Tiefe, ein Violett mit Erinnerung.
Das Wort selbst kommt aus dem Französischen zinzolin, ursprünglich abgeleitet von zingolin oder gingiolin, das wiederum mit dem italienischen zangolino in Verbindung gebracht wird. Begriffe, die einst für kostbare, intensiv gefärbte Stoffe verwendet wurden. Farben, die man nicht einfach trug als normaler Mensch, sondern nur zu besonderen Gelegenheiten oder als Ausdruch von Stil und Reichtum. Farben für Samt, Brokat, für Dinge, die wertvoll waren.
Zinzolin ist keine Sommerfarbe.
Es ist Abendlicht. Spätherbst. Ton in Ton mit den gefärbten Blättern der Bäume.
Ein Raum mit gedämpftem, schweren Licht.
Ein Glas Rotwein, das fast schwarz wirkt, wenn man es gegen das Licht hält.
Vielleicht ist Zinzolin auch eine innere Farbe.
Die, die entsteht, wenn man vieles erlebt hat. Wenn das Leben nicht mehr in klaren Primärfarben daherkommt, sondern in Nuancen und Zwischentönen. Ineinander vermischt, tief und manchmal auch schwer. In Geschichten, die man nicht mehr jedem erzählt.
Zinzolin trägt etwas Ernstes in sich. Es ist nicht traurig, eher würdevoll.
Eine Farbe, die viel Würde und Stärke ausdrückt, aber nie ohne Tiefe und einer gewissen Wehmut und Verletzlichkeit tief innen…


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