Drei kleine Superhelden — ein ganz besonderer Moment


An diesem Morgen wachte Jimmy früher auf als sonst. Der Garten lag noch ruhig da. Tina und Arja atmeten gleichmässig neben ihm, eingerollt, warm und sicher.
Jimmy bewegte sich kaum. Er wusste: Wenn er jetzt ganz still blieb, gehörte dieser Moment nur ihm.

Dann hörte er die leisen Schritte der Menschen-Mama auf den Gartenplatten. So wie jeden Morgen.
Jimmy spitzte die Ohren. Das war ein Geräusch, das er kannte und auf das er sich jeden Morgen freutet. Die Gehege-Tür quietschte leise und die Menschen-Mama kam näher. Und dann der Duft von frischem Heu und er konnte nicht anders. Er sprang nach vorne, direkt der Menschen-Mama entgegen.

„Du bist ja schon wach“ sagte die sie leise. „Guten Morgen, Jimmy“.

Jimmy stellte sich auf die Hinterbeinchen und quiekte leise. Nicht aus Ungeduld. sondern aus Freude.
Die Menschen-Mama lachte, stellte Wasser und Heu ab und beugte sich zu ihm. Ihre Hände waren warm, als sie ihn hochhob. Jimmy liess es zu, ganz selbstverständlich.
Sein kleines Herz pochte schnell, aber nicht vor Angst, sondern einfach, weil es schön war. Er fühlte sich geborgen.

Die Menschen-Mama strich ihm sanft über den Kopf. Jimmy machte ein leises Geräusch und genoss entspannt die Streicheleinheiten.

Für einen Moment gab es nur sie zwei und genau jetzt war einfach alles. gut. Sie standen eine ganze Weile so da. Die Menschen-Mama sagte nichts mehr und Jimmy war auch ganz still.
Ihre Finger kraulten ihn sanft auf dem Köpfchen, dann am Hals, dort, wo er es besonders mochte. Jimmy entspannte sich immer mehr, liess sein Gewicht in ihre Hände sinken.

Dann zog sie ihn ein kleines Stück näher zu sich. Sso, dass er an ihrem Hals und an ihrem Gesicht lag. Jimmy spürte ihre Wärme. Diese ruhige, menschliche Wärme, die sich anders anfühlte als alles im Garten und doch genauso sicher.

Und die Menschen-Mama spürte Jimmys Wärme. Wie lebendig er war und wie weich. Ganz unbewusst steckte sie ihre Nase in sein braunes Fell und atmete tief ein..

Er roch nach Heu, nach Morgen, nach Jimmy. Einfach sooo gut.
„Du riechst so gut“ flüsterte sie. Jimmy bewegte sich nicht. Er wusste, dass das hier ein besonderer Moment war. Einer von denen, die man nicht festhält… einen von denen man festgehalten WIRD.

Nach einer Weile gab sie ihm einen kleinen Kuss auf sein Köpfchen und setzte ihn langsam wieder auf den Boden.

Genau in diesem Moment regte sich etwas hinter ihnen. Tina und Arja kamen angelaufen. Die Stimme der Menschen-Mama hatte sie aufgeweckt und nun waren sie hungrig.

Der besondere, kleine Moment war vorüber… Jimmy, Arja und Tina suchten im frischen Heu die allerbesten Halme und die Menschen-Mama verliess das Gehege wieder, um nun auch in ihren Alltag zu starten…

ENDE.

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.