Walk of peace


In den letzten Tagen sind mir auf Instagram immer wieder diese Bilder begegnet. Eine stille Kolonne von Mönchen in einfachen Gewändern, die zu Fuss unterwegs sind. Manche barfuss, manche sogar mit verbundenen Füssen. Und mittendrin ein Hund. Am Strassenrand werden sie von Menschen begrüsst, die ihnen eine Blume schenken, beten oder einfach nur stillen Support spenden.

Es ist sehr berührend, das so zu sehen. Diese Stille und aber auch diese Kraft, die diese Mönche ausstrahlen. Wie Menschen ihnen begegnen und sie auch ihnen.

Es ist der Walk for Peace – ein Friedensmarsch buddhistischer Mönche in den USA. Sie sind zu Fuss unterwegs, über rund 2300 Meilen, das sind fast 3700 Kilometer, quer durchs Land. Monate lang. Von Ort zu Ort. Von Mensch zu Mensch. Das Gehen selbst ist ihre Botschaft.

Im Buddhismus ist das Gehen eine Form der Meditation. Jeder Schritt bewusst, jeder Atemzug Teil des Weges. Diese Mönche laufen nicht, um zu protestieren. Sie laufen, um zu erinnern. Daran, dass Frieden ganz leise im Inneren beginnt und dann nach aussen wirkt.

Viele von den Mönchen gehen ohne Schuhe. Ihre Füsse sind wund, manchmal bandagiert. Der Körper zeigt, was diese Strecke bedeutet. Und trotzdem gehen sie weiter. Nicht aus Trotz, sondern aus Hingabe. Weil sie glauben, dass Mitgefühl sichtbar werden muss und dass man Frieden nicht nur denken, sondern verkörpern kann.

Und dann ist da noch dieser Hund. Er läuft einfach mit. Gerettet, aufgenommen, Teil der Gemeinschaft, denn wenn ich es richtig verstanden habe, war dies ein Strassenhund und hat sich ihnen angeschlossen. Für mich ist er fast das stärkste Bild von allen. Ein Zeichen dafür, dass Mitgefühl keine Grenzen kennt. Nicht zwischen Nationen, nicht zwischen Meinungen, nicht einmal zwischen Spezies. Obwohl mächtige Männer Keile überall dazwischen schieben… Wir könnten diese Keile wieder entfernen.

In mir berührt dieser Marsch irgendwas tief. Vielleicht auch, weil die Zeit gerade so schwer ist, sich Fronten verhärten. Weil Worte schärfer und zu Drohungen und Hass werden. Weil Freundschaften zerbrechen können an politischen Überzeugungen. Weil man manchmal das Gefühl hat, es kippt etwas. Nicht nur irgendwo weit weg, sondern in bei uns im Alltag.

Und dann sehe ich diese Menschen, die einfach gehen, um ein Zeichen zu setzen. Das ist schon schön.

Der Walk for Peace ist kein schneller Hoffnungsschimmer. Er ist langsam, auch anstrengend und unbequem. Er markiert eine starke Präsenz des Guten. Jeder Schritt sagt: Wir hören nicht auf. Wir gehen weiter. Auch wenn es weh tut. Auch wenn es einsam ist. Auch wenn man unterwegs Menschen verliert.

Vielleicht ist das gerade die Form von Widerstand, die wir brauchen. Keine Beschimpfungen und auch ganz bestimmt keine Schlachten. Sondern Präsenz, Würde und Haltung.

Ein Fuss vor den anderen. Und die Erinnerung daran, dass Frieden immer irgendwo beginnt. Vielleicht ist es genau hier, bei mir. Und bei dir. Ich glaube, das ist besonders wichtig jetzt, im diesem Januar 2026 und darüber hinaus.

Schauts euch an, zB bei Instagram.

walkofpeace.usa

Hinterlasse einen Kommentar

About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und am Ende einfach ein Mensch auf dieser Erde wie jeder andere auch.