
Anthophile hat seine Herkunft im Griechischen und setzt sich auus folgenden Worten zusammen:
ánthos = Blume
phílos = liebend, zugetan
Ein Anthophile ist ein Mensch, der Blumen liebt. Wirklich liebt. Es geht übers „hübsch finden“ und „schön anzuschauen“ hinaus.
Manche Menschen sehen Blumen. Beiläufig.
Andere bleiben stehen. Anthophile gehören zur zweiten Sorte. Sie gehen langsamer, wenn am Wegrand etwas blüht und nehmen es ganz bewusst war.
Sie bücken sich nicht, um zu pflücken, sondern um näher zu sein. Um sich die Blume ganz genau anzuschauen oder auch, um daran zu riechen.
Anthophile lieben Blumen nicht, weil sie so perfekt schön sind. Sondern weil sie vergänglich sind. Weil sie kommen, blühen, duften und dann verblühen.
Sie sehen die Farben und auch die ganz perfekt angeordneten Blütenblätter auf den verschiedenen Schichten, all die Farben und Grössen, so als hätte sie ein Ingenieur konstruiert.
Diese Schönheit und Perfektion, auch im Imperfekten, die jede Blume aufweist. Diese Ausstrahlung.
Anthophile haben verstanden, dass Wachsen Zeit und zuweilen auch Geduld braucht. Kein Halm und keine Blume wächst schneller, wenn man daran zieht.
Sie sehen, wie widerstandsfähig eigentlich so eine zarte Blume ist. Sie streckt ihr Köpfchen der Sonne entgegen, trotzt dem Wind und so manchem Sturm, lässt Bienen und andere Insekten von ihr trinken und steht einfach, sich leicht im Wind wiegend da, bis sie langsam verblüht…
Und vielleicht ist das die geheime Weisheit der Anthophilen: Dass Liebe manchmal einfach nur bedeutet, da zu sein und wachsen zu lassen. Mit Liebe zu betrachten und zwar in jeder Phase eines Lebens…












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