
Es gibt Momente, da weiss man nicht so recht, was helfen würde. Sprechen geht grad nicht, es dreht im Kopf und auf gute Ratschläge kann man gut verzichten….
Momente, in denen Worte zu klein werden und Lösungen unangebracht erscheinen.
Dann bleibt nur eines:
Geh hinaus.
Geh zu Orten, die grösser sind als deine Gedanken.
Zu Gebäuden, die schon standen, bevor du deine erste Sorge hattest.
Zu Bergen, die nicht fragen, warum du da bist und wohin du gehst.
Zu Meeren, die nichts von dir wollen, ausser dass du atmest und den tosenden Lärm der Wellen als Stille empfindest.
In den Wald, wo uralte Bäume dir Geschichten erzählen.
Auf Felder, die bis zum Horizont reichen und es deinen Gedanken ermöglichen, wieder weiter zu werden…
I urge you:
go find buildings and mountains
and oceans to swallow you whole.
They will save you,
in a way nothing else can.
Ich bitte dich:
Geh zu Gebäuden, zu Bergen
und zu Ozeanen
und lass dich ganz von ihnen verschlucken.
Sie werden dich retten,
wie nichts anderes es kann.
Christopher Poindexter
Sich verschlucken lassen. Nicht im Sinne von verschwinden oder verletzt werden, sondern im Sinne von aufgehoben sein, total eingenommen werden vom etwas Grossem, Schönen.
Uns daran erinnern, dass wir Teil von etwas viel Grösserem sind. Dass wir vom Universum aus betrachtet, nur ganz klein sind und um uns herum so viele Wunder einfach da sind und wir sie so oft nicht mehr wahrnehmen.
Unser Schmerz darf Raum haben, ohne alles auszufüllen. Manchmal heilt uns nicht das Verstehen, sondern das Eingebettetsein. Nicht das Analysieren, sondern das Dasein. Das Dasein in etwas, das bleibt. Das da war, lange bevor wir da waren und das bleiben wird, wenn wir längst weiter gezogen oder gegangen sind…
Und vielleicht ist genau das gemeint mit Rettung: Nicht, dass alles immer auf jeden Fall gut wird, sondern dass wir getragen werden. Und ich glaube, das kann uns, umgeben von Dingen, die uns beeindrucken und einnehmen, durchaus bewusst werden…


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