Drei kleine Superhelden — Auch Superhelden haben kalte Öhrchen


So kamen Tina, Jimmy und Arja zu ihren Wintermützen:

Es war ein sehr kalter Morgen. Der Schnee lag noch frisch im Garten, und selbst die Sonne schien ein bisschen vorsichtig, als hätte sie Angst, die Kälte zu stören. Im Häuschen sassen Jimmy, Arja und Tina eng beieinander und wärmten sich gegenseitig.

„Heute ist es kälter als gestern“ murmelte Jimmy und zog seine Pfötchen näher an sich. Arja nickte. Ihr Fell war flauschig, aber auch sie spürte die eisige Kälte in der Luft. Tina stupste ein wenig Heu zurecht und seufzte leise. Draussen war alles weiss und still.

Da hörten sie Schritte. Die Menschen-Mama kam in den Garten, ganz warm eingepackt. Sie blieb einen Moment vor dem Häuschen stehen und lächelte, als sie die drei sah, so dicht aneinandergeschmiegt. Dann verschwand sie kurz und kam mit etwas in den Händen zurück.

„Was hat sie da?“ fragte Tina neugierig.

Es waren kleine, weiche Dinge. Warm und bunt.

Jimmy war der Erste. Etwas Weiches berührte seinen Kopf. Warm. Ganz leicht. Er bewegte sich kaum, als würde er spüren, dass das etwas Besonderes war. Die orangefarbene Mütze sass genau richtig.

Arja bekam eine Mütze in einem schönen Türkisblau. Sie fühlte sich weich an, und vorne schaute sie ein kleines Eulengesicht an, als würde es sagen: Ich bin genau so neugierig wie du!

Tina bekam eine grüne Mütze mit einem Bommel. Sie schüttelte sich kurz, dann blieb sie ruhig sitzen. Die Mütze wärmte so schön und sie musste ein kleines bisschen lachen.

Die Menschen-Mama streichelte sie sanft, einen nach dem anderen. Dann stand sie wieder auf und liess sie allein.

Einen Moment lang sagten die drei nichts. Sie spürten nur die Wärme auf ihren Köpfen und wie schön das war. Sie sahen einander an und kicherten.

„Ich glaube“ sagte Jimmy „die Mützen sind gegen die Kälte.“

„Und sicher auch gegen traurige Gedanken, weil sie so süss sind“ meinte Arja.

Tina nickte. „Und vielleicht auch dafür, damit wir uns ganz besonders fühlen, weil wir so schön aussehen.“

Sie kuschelten sich noch näher zusammen. Draussen glitzerte der Schnee, drinnen war es warm. Und während die drei kleinen Superhelden ihre neuen Mützen mit Stolz trugen, wurde ihnen klar, dass es manchmal nur ganz wenig braucht, um jemanden glücklich zu machen.

ENDE.

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und am Ende einfach ein Mensch auf dieser Erde wie jeder andere auch.