Drei kleine Superhelden und der erste Wunsch des Jahres


Ich habe diese Neujahrs-Geschichte schon letzte Woche geschrieben und dann an Neujahr spontan die gestern veröffentlichte auch noch.

Ich poste diese jetzt doch auch noch, es gibt also zwei:

Der erste Tag des neuen Jahres begann so still, wie der letzte des alten Jahres geendet hatte.
Der Garten war in ein weiches Grau gehüllt. Die Erde roch kalt und frisch.
Arja war als Erste wach. Sie sass am Rand des Geheges und blickte hinaus.
„Es fühlt sich irgendwie anders an“ flüsterte sie.
Jimmy kroch aus dem Häuschen und blinzelte.
„Wie nach einem besonders langen Schlaf.“
Tina streckte sich und schüttelte ihr hellbraunes Fell.
„Oder wie ein neues Blatt“ sagte sie lächelnd.

Die drei setzten sich nebeneinander ins Heu. Die Sonne zeigte sich nur kurz zwischen den Wolken, aber ihr Licht war klar und hell. Da entdeckte Jimmy etwas im Gras. Es glitzerte ganz fein, kaum sichtbar.

„Schaut mal“ sagte er leise zu den andern. Es war ein winziger Funken. Kein Stein und auch kein Blatt.
Arja betrachtete ihn lange.
„Meine Grossmutter hat einmal gesagt“ begann sie ruhig „am ersten Tag des Jahres darf man sich etwas wünschen.“

Tina wurde ganz still. „Wirklich wahr?“
Arja nickte. „Aber nur, wenn man es nicht laut sagt. Sonst erschrickt der Wunsch und löst sich in Nichts auf.“

Jimmy legte den Funken vorsichtig ins Gras. „Dann sollten wir gut aufpassen.“
Sie sassen da, jeder mit seinen eigenen, ganz persönlichene Gedanken.

Arja wünschte sich Vertrauen… in sich selbst und in das, was kommt.
Tina wünschte sich Wärme und Geborgenheit, auch an kalten Tagen.
Jimmy wünschte sich dass er immer gesund bleiben würde und Mut, wenn es wieder mal schwierig wird.

Keiner sagte etwas, aber sie spürten es.
Der Funken glühte einen Moment lang heller. Dann verschwand er langsam. So als würde er langsam erlöschen. Er war nicht ganz weg, sondern irgendwo, wo aus kleinen Wünschefunken ganz grosse wurden.

Die drei Meerschweinchen rückten näher zusammen. Draussen begann der Garten zu atmen. Ein neues Jahr, noch ganz jung, legte sich über alles. Die kalte Luft flimmerte vor lauter Wünschen und hoffnungsvollen Gedanken, die überall von Mensch und Tier gewünscht wurden und den ihren hintennach flogen…

Und die drei kleinen Superhelden wussten: Manche Wünsche erfüllen sich nicht gleich sofort.
Aber sie gehen mit.
Schritt für Schritt.
Durch das ganze Jahr…

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und am Ende einfach ein Mensch auf dieser Erde wie jeder andere auch.