Schöne Worte – Reverie


Reverie ist eines dieser Worte, das selbst schon klingt wie das, was es beschreibt. Ein sanftes Weggleiten. Ein Sich-Verlieren in Gedanken, ohne Ziel, ohne Druck, fast wie ein Tagtraum, der einen für einen Moment aus der Welt hebt. Ein Zustand, in dem alles weicher wird, leiser, ein bisschen verschwommen. Und genau deshalb so wohltuend.

Ich mag dieses Wort sehr, weil es etwas erlaubt, das wir uns viel zu selten gönnen: dieses absichtslose Abschweifen. Nicht das Grübeln, nicht das Sorgen, sondern dieses angenehme, kleine Davontreiben. Wenn die Gedanken anfangen, ihren eigenen Rhythmus zu finden. Wenn Erinnerungen auftauchen, die warm sind. Wenn Bilder entstehen, die nirgends hingehören müssen, ausser in diesen einen Moment.

Reverie ist wie eine kleine Pause in der Seele. Ein Zwischenraum. Ein Ort, an dem nichts erwartet wird.

Vielleicht sitzt man irgendwo und schaut aus dem Fenster, und plötzlich ist man weit weg. Oder man hört ein Lied, und innen öffnen sich Türen zu Orten, die man längst vergessen hatte. Oder man lässt den Blick über eine Tasse Kaffee wandern, und für ein paar Sekunden ist man einfach nicht hier. Irgendwohin abgeschweift. Und doch vollkommen bei sich.

Ich glaube, wir brauchen solche Momente unbedingt. Sie bringen uns zurück zu unserem inneren Tempo. Sie erinnern uns daran, dass nicht jeder Gedanke einen Zweck haben muss. Dass Tagträume mehr sind als „unnützes Abschweifen“…. oft sind sie kleine Seelenfenster, durch die frische Luft kommt.

Lass dein Inneres einfach mal schweben…

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.