Schöne Worte – tiam


Tiam ist eines dieser leisen, kaum bekannten Worte, das trotzdem sofort ein Gefühl auslösen. Es beschreibt den allerersten zarten Moment einer Verbindung. Dieses kleine Aufleuchten in den Augen eines Menschen, wenn zwischen zwei Seelen etwas anfängt zu passieren. Kein grosses Feuerwerk, kein dramatischer Blick. Nur ein winziger Funke, ein kaum wahrnehmbares „Ich sehe dich.“

Ich finde dieses Wort unglaublich schön, weil es so viel in so wenig fasst. Tiam ist ein Augenblick, in dem man merkt, dass da etwas schwingt. Etwas Warmes. Etwas Echtes. Vielleicht nur für eine Sekunde, aber genug, um etwas im Inneren zu berühren. Es ist wie eine erste Verbindung der Seelen, lange bevor Worte fallen.

Man erlebt tiam, wenn das Gespräch noch gar nicht begonnen hat. Wenn ein Lächeln einen Hauch länger bleibt. Wenn man für einen Moment das Gefühl hat, dass der andere Mensch gerade wirklich da ist – nicht nur körperlich, sondern innerlich wach, offen, empfänglich.

Tiam ist nicht romantisch gemeint, zumindest nicht zwingend. Es kann in der Freundschaft passieren, zwischen Fremden, in Begegnungen, die man nie vergisst, obwohl sie vielleicht nur wenige Sekunden dauern. Es ist dieses feine, schwer erklärbare Gefühl, dass zwei Welten sich kurz berühren, ohne zu wissen, wohin es führt.

Und vielleicht ist genau das die Magie: Tiam ist ein Anfang. Nicht mehr, nicht weniger.

Ein erster Lichtfunke, der sagt: „Da ist etwas. Spürst du es auch?“ In einer Welt, in der so vieles laut ist, bleibt tiam unsichtbar. Und vielleicht deshalb so kostbar.

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.