
Es gibt Tage, an denen fühlt es sich so an, als würden wir nur noch von einem Termin zum nächsten hetzen. Ein Blick auf den Kalender und schon schnürt es uns ein wenig die Brust zu. Arbeit, Haushalt, E-Mails, Arzttermine, Elternabende, Verpflichtungen, die wir uns manchmal gar nicht bewusst ausgesucht haben. Der Kalender ist proppenvoll.
Und mittendrin wir selbst, die versuchen, irgendwie den Überblick zu behalten, irgendwo noch ein bisschen Ruhe zu finden, und ganz leise zu hoffen, dass nicht noch irgendetwas dazwischenkommt.
Wir sind so gut darin, alles unter einen Hut zu bringen. Fast schon zu gut. Wir jonglieren Aufgaben wie bunte Bälle: hier eine Nachricht beantworten, dort ein Formular ausfüllen, schnell noch einkaufen, schnell noch organisieren, schnell noch „kurz“ etwas erledigen. Und während unser Körper funktioniert, läuft im Kopf der zweite, viel lautere Strom fast. 24/7 oft ganz unbemerkt weiter: Habe ich daran gedacht? – Was muss ich morgen noch? – Wie schaffe ich das alles?
Selbst wenn wir endlich sitzen… auf dem Sofa, im Bus, am Küchentisch… sitzen wir oft nicht wirklich. Gedanklich sind wir dann ganz oft immer noch unterwegs und in Bewegung.
Diese Flut an Dingen kann sich schnell so anfühlen, als wären wir nie ganz da, weder im Tun noch im Nichtstun.
Und trotzdem: In all diesem Viel-Sein, diesem Funktionieren, diesem Rennen, gibt es diese kleinen, schönen Momente, die uns zuflüstern: „Du darfst kurz atmen. Du musst nicht alles gleichzeitig tragen.“
Es sind die Momente, in denen wir merken, dass Stress nicht nur Lärm ist. Stress zeigt uns auch, wie viel wir leisten, wie viel uns wichtig ist, wie viel Verantwortung wir übernehmen. Für andere, aber auch für uns selbst.
Vielleicht ist die Kunst nicht, den Stress komplett loszuwerden. Vielleicht liegt die Kunst darin, ihn nicht unser ganzes Innenleben bestimmen zu lassen.
Kurz stehen bleiben. Den Atem in den Bauch schicken. Ein Glas Wasser trinken. Sich selbst die Hand hinhalten wie einer guten Freundin und sagen: „Es ist viel. Und trotzdem schaffst du das.“
Manchmal reicht es, einen einzigen Moment lang inne zu halten, damit unser Kopf wieder ein bisschen leiser wird.
Vielleicht ist das unser neuer Alltagstrick:
Zwischen all den Terminen und Pflichten kleine Inseln zu setzen. Ein paar Atemzüge. Ein paar Minuten ohne Anspruch.
Nicht als Luxus. Sondern als Rückkehr zu uns selbst.
Und vielleicht merken wir dann
Ja, es ist viel.
Aber wir sind viel stärker, viel weicher, viel menschlicher, als wir glauben. Und schlussendlich finde ich es so wichtig für mich, mich wenn ich mich gestresst fühle, bewusst ein wenig abzubremsen, wie oben beschrieben, frische Luft einzuatmen und eine Pause zu machen. Mir hilft es dann jeweils, die Woche, den Tag zu strukturieren, damit der Berg nicht so gross erscheint. Das klappt ganz gut.
Ich finde es einfach auch wichtig, nicht nur herumzustressen, sondern einfach mal eins nach dem anderen und das, was ich gerade mache, auch mit Herz und gut zu machen. Das nimmt bei mir schon viel Stress raus.
Aber es ist schon so, dass ich sehr durchgetaktet bin, wenig Freiraum habe und wenn dann noch dringende Dinge oder „Notfälle“ dazwischen kommen, ist es fast nicht mehr machbar… Das sind dann die Situationen, die mich stressen, so zB heute Morgen, als ich SCHON WIEDER ganz plötzlich mit einem unserer Meerschweinchen zum Tierarzt musste, weil es Mühe hatte mit atmen und dies so gar nicht ins Programm gepasst hat.
Und doch hat alles geklappt. So gut sogar, dass ich jetzt noch zum Runterfahren diesen Text schreibe und einen Kaffee trinke, bevor ich dann bereits wieder los muss. Und das, was dann danach kommt, ist zwar auch ein Termin, verplante Stunden, aber wie schade wäre es, dies nur so zu empfinden und sie nicht total zu geniessen und zu entspannen.
Das genau werde ich tun… Und jetzt muss ich mich bereit machen, sonst habe ich dann wieder Stress. 🙂
Also, mein Fazit:
Bei Stress alles in kleineren Etappen erledigen, nicht zu weit denken, eins nach dem anderen. Und wenn möglich nicht vergessen, dem was man gerade macht, seine volle Aufmerksamkeit zu schenken und diesen Moment zu leben.
Hilft. Verspochen!!


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