Wenn wir unsere Abgründe teilen


Abgründe.

Dieses Wort klingt nach Dunkelheit, nach Tiefe, nach fallen und nach etwas, das man besser nicht berührt.

Wir lernen früh, sie zu verstecken. Die Risse, die Brüche, die Schatten in uns. Doch was wäre, wenn genau darin das Licht wohnt?

Ich glaube, Abgründe verlieren ihren Schrecken, wenn wir sie einander zeigen.

Wenn wir sie nicht länger in uns selbst einsperren, sondern sie ans Licht halten. Vorsichtig, ehrlich, vielleicht auch mit zitternden Händen. Dann verwandeln sie sich. Aus dem schwarzen Loch wird ein Spiegel. Aus der Angst wird Verbindung.

Manchmal genügt ein Satz wie: „Mir geht’s gerade nicht gut.“ oder „Ich habe Angst!“

Oder ein Blick, der sagt: „Ich verstehe dich.“

Und plötzlich ist der Abgrund gar nicht mehr so tief. Weil jemand am Rand steht, uns die Hand reicht und bleibt. Jemand, der oder die mit uns zusammen diesen Abgrund anschaut. Und hinuter.

Vielleicht ist das das Schönste, was wir füreinander tun können: Nicht retten. Nicht lösen. Sondern einfach da sein.

Einen Moment lang den Mut haben, nicht perfekt zu sein und genau darin echt.

Abgründe gehören zu uns. Aber sie werden kleiner, wenn wir sie (mit)teilen. Denn manchmal ist der Weg hinaus kein Sprung ins Ungewisse, sondern ein Schritt für Schritt weitergehen…

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und am Ende einfach ein Mensch auf dieser Erde wie jeder andere auch.