Schöne Worte – Limerence


Es gibt Gefühle, die wir alle kennen, aber für die es kaum ein treffendes Wort gibt.

Eines davon heisst Limerence.

Limerence stammt aus dem Englischen und beschreibt diesen besonderen, fast schwebenden Zustand am Anfang einer Verliebtheit. Es ist mehr als ein flüchtiges Schwärmen und weniger greifbar als eine reife Liebe. Es ist dieses Kribbeln, wenn man an jemanden denkt, dieses kleine Ziehen im Bauch, die Freude über jede Nachricht, jedes Lächeln.

Die Psychologin Dorothy Tennov prägte den Begriff in den 1970er-Jahren. Sie suchte nach einem Wort für jenes Gefühl, das zwischen „verknallt“ und „tief verbunden“ liegt. Limerence ist geprägt von Sehnsucht und einer idealisierten Sicht auf den anderen, aber auch von Hoffnung und Lebendigkeit. Es ist eine Phase, in der die Welt plötzlich farbiger wirkt und jeder Moment eine Spur von Magie hat.

Vielleicht kennst du diesen Zustand:

Alles scheint leichter, wenn du an die Person denkst. Musik klingt intensiver. Sogar der Alltag fühlt sich wie mit Glitzer bestäubt an. Gleichzeitig ist da ein zartes Bangen – wird es erwidert? Wohin führt es? Ein Zustand zwischen extrem glücklich und extrem unsicher.

Ich mag dieses Wort, weil es einen Zustand beschreibt, der so schwer fassbar ist. Es erinnert uns daran, dass Liebe nicht nur aus Sicherheit besteht, sondern auch aus diesem aufregenden, unsicheren Anfang. Und eigentlich ist es ja so, dass man sich in dieser Situation dafür entscheidet, ob man zusammen sein möchte, eigentlich ohne einander besonders gut zu kennen. Das kommt erst danach.

Limerence ist das Zittern der Seele, wenn sie spürt, dass etwas Neues beginnen könnte.

Vielleicht liegt der Zauber von Limerence genau darin, dass es vergänglich ist. Es ist die erste Farbe auf einer Leinwand, die noch leer ist. Der Moment, bevor sich entscheidet, ob daraus etwas Dauerhaftes wird oder nur ein schöner, leuchtender Augenblick.

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und am Ende einfach ein Mensch auf dieser Erde wie jeder andere auch.