
Die Liebe zu schönen, tiefen Worten…
Es gibt Menschen, die sammeln Steine, andere Postkarten, Briefmarken, Erinnerungen oder Sternschnuppen.
Und dann gibt es jene, die sammeln Worte. Nicht irgendwelche, sondern jene, die etwas in uns zum Schwingen bringen. Worte, die nicht nur klingen, sondern leuchten. Worte, die nicht nur an der Oberfläche bleiben, sondern tief gehen.
Ich habe für dieses Gefühl ein eigenes Wort gefunden: Euphemophilie.
Es ist eine kleine Wortschöpfung, zusammengesetzt aus dem griechischen eu (gut, schön) und pheme (Rede, Ausdruck) – und bedeutet:
die Liebe zu schönen, sanften oder wohlklingenden Worten.
Euphemophilie ist für mich die Kunst, Sprache nicht bloss als Werkzeug zu sehen, sondern als Ausdruck und auch Kunst.
Ein Hinhören auf das, was Sprache mit uns macht, auf Klang, Bedeutung, Rhythmus. Vielleicht auch ein bisschen Widerstand gegen die groben, lauten Töne der Welt.
Ein schönes Wort kann trösten, verbinden, erinnern, heilen, neugierig machen. Und manchmal reicht schon ein einziges, um etwas in uns zu verändern.
Vielleicht ist Euphemophilie genau das: Die Sehnsucht danach, dass Worte wieder bedeutsam klingen dürfen. Dass sie uns berühren, bevor sie uns überzeugen.


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