
Es war früh am Morgen. Noch lag ein feiner Nebel über dem Garten und die Luft war kühl und feucht. Arja kuschelte sich tiefer ins Heu. Ihr schneeweisses Fell war schon ganz leicht vom Morgentau gekräuselt. Tina mit ihrem hellbraunen, langen Fell und dem kleinen Krönchen, das sie so gerne trug, gähnte herzhaft. Jimmy steckte vorsichtig die Nase aus dem Häuschen. „Brrr … ist das kalt heute!“ quiekte er und zog sie gleich wieder zurück.
„Der Herbst ist gekommen“ murmelte Tina und schüttelte ein paar winzige Heuhalme von ihrem Krönchen. „Aber schau mal, wie schön der Nebel aussieht!“.
Arja spähte hinaus und sah, wie die ersten Sonnenstrahlen versuchten, sich durch das Grau zu schieben. Alles wirkte geheimnisvoll. Stiller als sonst, als würde der Garten noch schlafen.
Nach einer Weile hörten sie ein leises Rascheln. Es war die Mensche-Mnama, die kam, um frisches Heu und ein paar bunte Herbstleckereien zu bringen: knackige Karotten, ein Stück Kürbis und ein kleines Blatt Grünkohl. „Guten Morgen, meine kleinen Superhelden“ flüsterte sie und stellte alles behutsam in ihr Gehege.
Langsam wagten sich alle drei hinaus. Jimmy stupste neugierig das Stück Kürbis an. „Siehst du? So schlecht ist der Herbst gar nicht“ grinste Tina. Arja knabberte genüsslich am Grünkohl und liess den Blick über den Garten schweifen.
Und dann geschah etwas ganz Zauberhaftes: Der Nebel begann zu weichen und die Sonne kam hervor, warm und golden. Überall glitzerten winzige Tautropfen auf den Blättern und Spinnweben, als hätte jemand Diamanten verteilt. Die Blätter der Bäume leuchteten in Gelb, Orange und Rot.
„Wow …“ hauchte Arja.
„Es sieht aus, als hätte jemand den Garten verzaubert“ flüsterte Tina.
Jimmy schnupperte an einem roten Ahornblatt, das sanft zu Boden segelte. „Vielleicht ist der Herbst so richtig zauberhaft?“
Die drei kleinen Superhelden verbrachten den Tag damit, durch das Laub zu wuseln, es knistern zu lassen und kleine Abenteuer zwischen den bunten Blättern zu erleben. Immer wieder wärmten sie sich in einem Sonnenfleck, der ins Gehege fiel und genossen die besondere Mischung aus kühler Morgenluft und goldenem Nachmittag.
Als die Sonne am Abend langsam verschwand und es wieder frisch wurde, kuschelten sich Arja, Tina und Jimmy eng zusammen in ihrem Häuschen. „Der Herbst kann ganz schön kalt sein“ flüsterte Arja, „aber auch wunderschön.“
„Und wenn wir zusammen sind, ist es sowieso immer warm“ murmelte Tina zufrieden.
Jimmy nickte schläfrig. „Ja … Superhelden brauchen keine Angst vor Kälte zu haben, wenn sie einander haben.“
Und so schliefen die drei ein, während draussen die Blätter raschelten und der Herbst sanft über den Garten wachte.
ENDE.


Hinterlasse einen Kommentar