
Heute schauen wir zusammen ein Wort an, das ganz weich und zart ist. Es heisst „Ephemera“.
Ephemera stammt aus dem Griechischen (ephemeros) und bedeutet „nur für einen Tag lebend. Ursprünglich bezeichnet ephemera Dinge, die flüchtig sind, nur kurz existieren. In der Biologie spricht man von Insekten, die nur einen Tag leben; in der Literatur meint man damit Vergängliches, das dennoch Spuren hinterlässt.
Heute nutzen wir das Wort oft für all die kleinen, vergänglichen Schönheiten des Lebens: ein Schmetterling, der kurz auf deiner Hand sitzt. Ein Duft, der nur für einen Augenblick da ist. Das goldene Licht eines Abends, das schon wieder verschwindet.
Es muss nicht alles lange oder ewig bleiben, um wertvoll zu sein. Manche Momente sind schön, gerade weil sie nicht festzuhalten sind. Wir können sie nicht aufbewahren, sondern nur wahrnehmen und geniessen, solange sie da sind.
Vielleicht kennst du das Gefühl:
Du hörst ein Lied und weisst, dass dieser Augenblick nie wieder genau so sein oder wiederkehren wird.
Du siehst ein Kind lachen, bevor es gleich wieder weiterrennt.
Du spürst den ersten warmen Frühlingstag und ahnst, wie schnell er vergeht.
Ephemera sind. die zarten Geschenke der Zeit.
Flüchtig und doch so kostbar.
Ich finde dieses Wort so schön, weil es uns daran erinnert, präsent zu sein. Nicht alles muss bleiben. Nicht alles muss gross sein. Manches ist einfach da: kurz, schön und dann vorbei. Und vielleicht liegt genau darin eine besondere Magie.
Vielleicht könnten wir lernen, Ephemera bewusster wahrzunehmen: kleine Momente, die sich nicht festhalten lassen, aber unser Herz berühren, so wie Sternschnuppen, die uns kurz den Himmel öffnen. Und alles was uns danach bleibt, ist die Erinnerung…


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