Drei kleine Superhelden – Der Nebelzauber


Als die drei kleinen Superhelden eines Morgens erwachten, war im Garten alles anders. Statt hellem Sonnenlicht hing dichter Nebel über der Wiese und den Beeten. Die Bäume verschwanden fast ganz darin und selbst das Gehege wirkte wie eine geheimnisvolle Insel im weissen Dunst.

„Hört ihr das?“ flüsterte Arja. Ein Tropfen fiel von einem Ast und klang lauter als sonst. „Alles klingt so geheimnisvoll.“
Tina rückte ihre kleine Krone zurecht und spähte hinaus. „Vielleicht ist der Geist des Nebels unterwegs.“
„Dann müssen wir ihn suchen!“ rief Jimmy mutig und plusterte sein kurzes Fell auf.

Vorsichtig tapsten sie durch ihr Gehege, die Nasen in die feuchte Luft gereckt. Jeder Schritt raschelte leiser als sonst, jedes Knabbern klang gedämpft. Sie folgten einem silbrigen Faden, der sich über die Äste spannte.

„Eine Spur!“ rief Tina. Am Ende fanden sie jedoch keine Geister, sondern eine kleine Schnecke, die langsam über ein feuchtes Blatt kroch. Ihr Häuschen glänzte wie eine Perle im Nebel.

„Guten Morgen“ sagte Arja freundlich. „Bist du der Geist des Nebels?“
Die Schnecke lachte leise. „Nein, aber ich fühle mich im Nebel zu Hause. Er macht die Welt still und weich.“
Ein Stück weiter entdeckten sie noch einen Regenwurm, der sich durch die feuchte Erde schlängelte. „Vielleicht bist du der Geist des Nebels?“ fragte Jimmy.
Der Regenwurm schüttelte den Kopf. „Ich bin nur froh, dass der Boden so kühl und feucht ist. Der Nebel bringt uns allen Leben.“

Schliesslich setzten sich die drei kleinen Superhelden zusammen und schauten in die weisse Stille. Die Welt wirkte kleiner, ruhiger, fast wie verzaubert.

„Vielleicht,“ flüsterte Arja, „ist der Nebel selbst der Geist.“
„Ja“ sagte Tina verträumt, „er versteckt die Dinge und macht sie dadurch besonders. Alles ist da, aber doch nicht.“
Jimmy nickte ernst. „Dann haben wir ihn gefunden.“

Und so sassen die drei kleinen Superhelden ganz nah beieinander, während der Nebel sie einhüllte wie ein kalter Umhang. Ein stiller Zauber lag in der Luft und sie wussten, dass sie gerade etwas ganz Besonderes erlebt hatten.
Die drei waren sich einig, dass der Nebel ganz zauberhaft und mystisch ist, dass es aber im warmen Häuschen doch gemütlicher, trockner und schön warm war…

ENDE.

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.