
Es hatte viele Tage lang geregnet. Mal prasselte der Regen heftig auf das Dach des Geheges, mal rieselte er leise und unaufhörlich wie eine feine Dusche. Alles war nass geworden, die Wiese glänzte wie frisch geputzt, und der Boden fühlte sich weich und schwer an. Endlich zeigte sich die Sonne nun aber wieder und schob die grauen Wolken beiseite.
Arja, Tina und Jimmy wagten sich neugierig hinaus.
„Oh, meine Pfoten sind ja ganz feucht!“ rief Arja und schüttelte sich ein wenig. Ihr schneeweisses Fell war an den Spitzen dunkler, wo es das nasse Gras berührte.
„Das macht nichts“ meinte Tina fröhlich, die ihr hellbraunes Fell mit den goldenen Strähnchen stolz trug, obwohl es ein bisschen zerzaust war. „Heute riecht alles so frisch! Riech mal, Arja!“
Jimmy schnupperte ebenfalls und nickte begeistert. „Mmmmh, nach Erde und Regen. Ich liebe diesen Duft!“
Die drei kleinen Superhelden tapsen weiter, als plötzlich Tina aufgeregt rief: „Hier! Schaut mal, hier bewegt sich was! Es sind kleine Gartenschlangen!“
Sie beugte sich nach vorne, und tatsächlich, aus dem feuchten Boden ringelte sich eine kleine, rosige Schlange.
„Oh!“ rief Arja leise. „Das ist ein Regenwurm!“
Doch Jimmy grinste. „Nicht nur einer. Da sind noch mehr! Seht mal, die ganze Erde wackelt!“
Und wirklich: Überall, wo der Boden aufgeweicht war, krochen Regenwürmer hervor. Manche streckten neugierig ihre Köpfe hinaus, andere glitten schon wieder zurück in die Erde.
„Wie viele es sind!“ staunte Arja. „Ich wusste gar nicht, dass so viele von ihnen hier wohnen.“
Tina beobachtete fasziniert, wie ein besonders langer Wurm langsam eine kleine Spur im Boden hinterliess. „Sie graben Gänge“, erklärte sie mit glänzenden Augen. „Die Erde wird dadurch ganz locker. Das ist gut für die Pflanzen.“
Jimmy nickte eifrig. „Dann sind sie ja richtige Garten-Helden! Ohne sie könnten wir bald keine frischen Gurken und Karotten mehr knabbern.“
Arja kicherte. „Dann sind sie wie wir. Kleine Superhelden, nur unter der Erde!“
Die drei setzten sich nebeneinander ins Gras und schauten lange zu. Sie hörten das Tropfen der letzten Regentropfen von den Blättern, spürten die warme Sonne auf ihrem Fell und beobachteten, wie die Regenwürmer leise ihre Arbeit taten.
„Weisst du, was ich glaube?“ begann Tina nach einer Weile.
„Hm?“ fragte Jimmy neugierig.
„Jeder hier im Garten hat eine wichtige Aufgabe“ sagte Tina ernst. „Wir, die Vögel, die Insekten und sogar die Regenwürmer. Alle zusammen machen diesen Ort zu unserem Zuhause.“
Und das stimmte tatsächlich. Noch nie hatten die drei Meerschweinchen ein Lebewesen getroffen, das ihnen unnötig vorkam. Jedes hatte seine ganz bestimmte Aufgabe im ganzen Kreislauf.
Arja nickte zustimmend. „Und das macht uns alle zu Superhelden.“
Jimmy legte die Nase in den Wind, schloss kurz die Augen und seufzte zufrieden. „Dann sind wir heute wohl die Zuschauer in der grossen Regenwurm-Show.“
Sie lachten, und während die Sonne immer höher stieg, beschlossen sie, noch ein Weilchen sitzen zu bleiben. Denn manchmal ist es das Schönste, einfach gemeinsam zu beobachten, wie das Leben im Garten pulsiert.
Und das haben die drei kleinen Superhelden ganz gut verstanden. Es ist so wunderbar, im ganz normalen Alltag all die kleinen Wunder und schönen Dinge zu sehen und sich Zeit dafür zu nehmen.
ENDE.


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