Ich möchte euch Vincent van Gogh vorstellen


A starry night by Vincent van Gogh (Quelle: Wikipedia)

Ich stehe wirklich sehr auf Malerei und finde ganz unterschiedliche Künster:innen wunderbar. Allen voran natürlich Vincent van Gogh. Ich liebe den wirklich sehr.
Ich glaube, als ich vor ein paar Jahren die Dr Who Episode „Vincent and the Doctor“ (Staffel 5, Episode 10) gesehen habe, habe ich mich noch endgültig verliebt – in ihn, in seine Bilder, in seine Kunst.
Diese Episode ist sehr emotional und wunderschön. Ich muss gestehen, dass ich. kein Dr Who Fan bin. Ich weiss, dass es in der Zwischenzeit 15 Doctors gibt. Matt Smith war der Elfte. Kein anderer war so toll wie er und kein anderer konnte mich je fesseln. Ich fand ALLE Episoden mit ihm wirklich super. (Empfehlung!!!)

Und dann war da wie gesagt die 10. Episode der 5. Staffel: „Vincent and the Doctor“. Ich bin kein Mensch, der sich dasselbe immer wieder anschaut, aber diese Episode habe ich oft gesehen und nach wie vor liebe ich sie… (Es gibt verschiedene Episoden, die mir extrem gut gefallen haben, das ist wirklich eine Herzens-Empfehlung).

Also… Ich möchte euch Vincent van Gogh vorstellen.

Kunst ist ja viel mehr als nur etwas anschauen und es schön oder nicht schön zu finden. Kunst ist für mich das, was in jemandem vorgeht, wenn sie / er sie schafft und zum andern auch das, was in mir als Betrachterin vorgeht, wenn ich es mir anschaue. Was ich dabei fühle und welche Gedanken es in mir auslöst – wie es mich inspiriert.

Kunst will sich nicht nur zeigen, nicht nur gefallen. Kunst will inspirieren.
Die Gemälde von Vincent van Goth sind mehr als Farbe auf Leinwand. Sie sind ein Fenster zu seiner Seele, ein Spiegel seiner Sehnsucht, seiner Freude, aber auch seines Schmerzes und seiner Einsamkeit.

Van Gogh wurde 1853 in den Niederlanden geboren und lebte nur 37 Jahre. Doch in dieser kurzen Zeit schuf er mehr als 2000 Werke, voller Leben, Licht und Bewegung.
Oft malte er nicht das, was vor seinen Augen war, sondern das, was er fühlte. So verwandelte er ein einfaches Weizenfeld in ein Meer von Gold, das zu atmen scheint. Oder einen nächtlichen Himmel in eine leuchtende, wirbelnde Symphonie aus Blau und Gelb. By the way… A starry night – Sternennacht – mein Lieblingsbild.

Vincent war ein Mensch voller Leidenschaft. Mit offenen Augen und offenem Herzen ging er durch die Welt und genau so hielt er sie fest. Jedes seiner Bilder trägt Spuren dieser Intensität: dicke Pinselstriche, leuchtende Farben, ein Rhythmus, der wie eine Melodie wirkt.

Zu Lebzeiten hat Vincent van Gogh übrigens kaum Bilder verkauft, fand so gut wie gar keine Anerkennung. Ganz sicher weiss man von einem einzigen verkauften Bild „La vigne Rouge“ (Der rote Weinberg), das 1890 in Brüssel für 400 Franc einen Käufer fand.
Es gibt aber neuere Forschungen, die darauf hinweisen, dass er eventuell noch zwei oder drei weitere Werke verkaufen konnte, allerdings nicht mit Sicherheit belegt.
Häufig tauschte er Bilder oder verschenkte sie, etwa an Freunde oder an seinen Bruder Theo, der ihn finanziell unterstützte und viele seiner Werke aufbewahrte.

Erst nach seinem Tod im Juli 1890 begann der Ruhm. Vor allem seine Schwägerin Johanna van Gogh-Bonger, die Witwe seines Bruders Theo, setzte sich leidenschaftlich für die Verbreitung seiner Kunst ein. Sie organisierte Ausstellungen, verkaufte gezielt Bilder und machte van Gogh damit posthum zu dem weltberühmten Künstler, den wir heute kennen.

Vincent van Gogh war nicht nur ein genialer Maler, sondern auch ein Mensch, der sehr mit seiner seelischen und körperlichen Gesundheit zu kämpfen hatte. Schon zu Lebzeiten beschrieb er sich selbst oft als verletzlich und zerrissen.

Er litt unter schweren psychischen Krisen. Immer wieder kam es zu Phasen, in denen er Halluzinationen hatte, verwirrt war und nicht mehr sprechen konnte. Historiker und Ärzte haben viele mögliche Diagnosen diskutiert: Epilepsie, bipolare Störung, Schizophrenie, eine Depression, aber auch Vergiftungen durch Farben oder durch Absinth.
Eine eindeutige medizinische Antwort gibt es bis heute nicht. Sicher ist nur, dass er sehr unter diesen Zuständen gelitten hat.
Sehr bekannt ist ja auch der „Vorfall“, der sich im Dezember 1888 zugetragen hat. Vincent van Gogh hat sich in einem psychotischen Zustand selber das linke Ohr abgeschnitten.

Besonders schwer traf ihn die Einsamkeit. Obwohl sein Bruder Theo ihn mit Liebe und Geld unterstützte, fühlte Vincent sich oft wertlos und unverstanden.
Einzig seine Kunst war sein Lebensanker, der ihm Halt und Sinn gab.

Am 27. Juli 1890 schoss er sich auf einem Feld in Auvers-sur-Oise, einem kleinen Ort nördlich von Paris, mit einem Revolver in die Brust. Er schleppte sich noch in sein Gasthaus zurück, wo er zwei Tage später, am 29. Juli 1890, im Alter von nur 37 Jahren starb.

In einem seiner letzten Briefe schrieb er:
„Das Leid wird ewig dauern.“
Diese Worte zeigen, wie schwer die Krankheit auf ihm lastete. Und doch hinterliess er eine Fülle von Bildern, die voller Leben, Licht und Hoffnung sind.
Fast so, als hätte er all das Schöne, das er selbst so selten fühlen konnte, für uns aufbewahrt.

Das Grab von Vincent van Gogh und seinem Bruder Theo befindet sich auch heute auf dem Friedhof von Auvers‑sur‑Oise, nördlich der Kirche und nahe der Friedhofsmauer. Es besteht aus schlichten, zwei nebeneinander gelegenen Grabsteinen – überwachsen von Efeu und manchmal geschmückt mit Sonnenblumen, einem Symbol, das eng mit Van Gogh verbunden ist.

Was mich an Vincent van Gogh besonders berührt, ist seine Echtheit, seine Verletzlichkeit und die Art und Weise wie es ihm gelungen ist, dies auszudrücken.
Er hat nicht versucht, jemand anderes zu sein, sondern mit jeder Faser seines Wesens gemalt. Er kannte Einsamkeit, Verzweiflung und Rückschläge und trotzdem hat er Schönheit geschaffen, die bis heute Menschen auf der ganzen Welt berührt.
Vielleicht liegt gerade darin seine Grösse: Dass er gezeigt hat, wie viel Kraft entstehen kann, wenn man seinem inneren Feuer vertraut.

Man stelle sich DAS vor. A starry night wurde im Juni 1889 gemalt. Heute, 136 Jahre später, ist es wohl eines der Gemälde die fast jede/r kennt. Das Original hängt in New York im Museum of Modern Art. Es ist eines der Bilder, das von van Goghs Schwägerin verkauft wurde. Ganz viele andere blieben in Familienbesitz und sind heute im van Gogh Museum in Amsterdam zu sehen. Definitiv wohl mein Number 1 Reise-Wunsch-Ziel in diesem Leben. Wer weiss, vielleicht schaff ich das mal…

2 Antworten zu „Ich möchte euch Vincent van Gogh vorstellen“

  1. Eine wunderbare Folge, die mich auch immer wieder sehr berührt 😃🤍

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Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.