Drei kleine Superhelden – Ein ganz besonderes Konzert


Es war ein ruhiger Nachmittag. Die Sonne stand schräg über dem Garten. Warm, aber nicht mehr so heiss. Arja hatte sich lang ausgestreckt im Häuschen hingelegt. Ihr langes, weisses Fell ausgebreitet, wie ein kleiner Teppich aus Zuckerwatte oder Schnee. Tina knabberte genüsslich an einem Stück Gurke und Jimmy döste vor sich hin, den Kopf leicht geneigt.

Da hörten sie ein leises Quietschen. Nicht von einem Meerschweinchen, sondern von der Balkontüre. Und dann Schritte, die immer näher kamen. Es war nicht die Menschen-Mama, denn diese Schritte kannten sie genau. Es war das Menschen-Mädchen!

Sie kam zu ihnen ins Gehege.
Sie hatte heute ihre Gitarre dabei, setzte sich auf das kleine Bänkchen und schaute sie freundlich an.
Und dann legte sie los! Ganz leise zuerst. Nur ein paar gezupfte Töne, dann ein paar Akkorde. Und dann plötzlich begann sie dazu zu singen.

Die Meerschweinchen hoben ihre Köpfe.
Arja blinzelte. Tina hörte sofort auf zu knabbern. Jimmy richtete sich auf und machte ein neugieriges „Prrrt“.

Der Gesang war leise, weich und sanft. Sie erzählte in ihrem Lied eine Geschichte aus Worten, die die Meerschweinchen nicht verstanden. Die Gefühle darin verstanden die drei kleinen Wesen jedoch sehr wohl. Es klang nach Weite, nach Hoffnung, nach Sommerregen und Sternenhimmel. Es klang sehr schön.

Die drei kleinen Superhelden kamen langsam näher. Sie setzten sich in einer Reihe hin, wie ein winziges, ganz aussergewöhnliches Publikum und sechs gespitzten Öhrchen.

Und sie lauschten mucksmäuschenstill dieser schönen Musik.

Das Mädchen spielte weiter. Ein Lied nach dem anderen. Mal fröhlich, mal melancholisch. Einmal quietschte Tina sogar leise auf vor Freude, da hatte sich so ein fröhlicher Hüpfer im Ton eingeschlichen, der ganz lustig klang.
Jimmy quiekte ganz leise, als wolle er mitsingen.

Es war, als würde die Welt für eine Weile ganz stillstehen. Kein Wind, kein Rascheln, keine anderen Geräusche. Nur Musik. Und drei kleine Herzen, die ganz gross wurden und sich öffneten.

Am Ende legte das Mädchen die Gitarre beiseite. Sie schaute die Meerschweinchen an und lächelte.
Die drei kleinen Superhelden rückten noch ein kleines Stückchen näher und liessen sich vom Mädchen kraulen.

Vielleicht war das heute gar kein Abenteuer im klassischen Sinn. Keine geheimnisvolle Feder, kein grosser Käfer, kein gefährlicher Sturm.
Aber manchmal liegen die schönsten Dinge nicht im Adrenalin-Kick, sondern ganz tief in der Stille. Dinge, die das Herz so wunderbar berühren…

ENDE.

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.