
(Bild: ChatGPT)
Es war ein heisser Sommertag und die drei kleinen Superhelden lagen faul in ihrem Schattenversteck. Tina döste, Arja schüttelte ab und zu ihr langes weisses Fell, wenn eine Fliege zu nahe kam und Jimmy war dabei, sich den Bauch zu kratzen. Erstaunlich, wie gut Meerschweinchen das können mit so kurzen Beinchen.
Tina beschloss, ein bisschen herumzustreunen und entdeckte in einer ganz abgelegenen Ecke des Geheges unter einem Unterstand aus Holz etwas ganz Eigenartiges.
Sie holte ihre Freunde, um es ihnen zu zeigen.
„Da! Habt ihr das gesehen? Da oben, unter dem Dach von unserem Unterstand!“
Jimmy reckte den Hals. „Was meinst du?“
Arja trat ein Stück näher. „Sieht aus wie so komische Knubbel. So wie kleine Bohnen aus braunem Lehm, die jemand an die Decke geklebt hat.“
Die drei tapsten vorsichtig unter das kleine Holzdach am Rande ihres Geheges. Dort hingen mehrere kleine, längliche Klumpen, wie aus Lehm oder Erde gemacht. Sie waren hart, aber bröckelig. Und sie sahen leer aus. Oder vielleicht doch nicht?
„Sind das etwa Kackhaufen von einem Tier, die da kleben?“ fragte Jimmy und schnüffelte misstrauisch. „Vielleicht von einer Fledermaus?!“
Arja schüttelte den Kopf. „Nein. Ich glaube, das sind irgendwelche verpuppten Tiere.“
„Was für Tiere denn?“ fragte Tina und rückte näher heran.
„Vielleicht von einem Schmetterling!“
„Oder von einem grossen grünen Käfer mit goldenen Flügeln!“
„Oder von einem riesigen Regenwurm mit Flügeln!“ rief Jimmy aufgeregt.
Sie starrten die seltsamen Gebilde eine ganze Weile an und hatten noch allerlei Ideen, was da drin sein könnte.
Vielleicht Ameisen? Nachtfalter? Maikäfer oder Marienkäfer? Schnecken? Fliegen? Winzige Krokodile? Seepferdchen?
Sie hatten immer lustigere Einfälle und kugelten sich vor lachen.
Dann schauten sie die Kokons nochmals ganz genau an. Sie hingen einfach da und nichts bewegte sich. Kein Mucks. Kein Zucken. Nur eine leichte Brise bewegte ein Spinnfädchen, das aus einem der Kokons hing.
„Vielleicht schlafen sie noch“ flüsterte Arja.
„Oder sie warten, bis es Nacht ist und alle Meerschweinchen im Häuschen sind“ meinte Tina.
Gerade als Jimmy seine Nase ein bisschen zu neugierig an eine der Puppen drückte, zerfiel sie in ein kleines Häufchen bröseliger Erde.
Die drei zuckten erschrocken zurück.
„Was war DAS denn?!“
„Da war gar nix drin!“
Aber sie sahen dann, dass ein kleines Würmchen in einem Kokon-Teilchen auf dem Boden lag.
Sie blickten einander an.
Arja sagte langsam: „Vielleicht könnten da drinnen auch Spinnen wachsen.“ Denn sie hatte beobachtet, dass es im Unterstand viele ganz kleine Spinnen. hatte, die überall herumwuselten.
Ob das vielleicht die bereits geschlüpften Babies waren?
Tina machte ein leises Quiek-Geräusch.
Jimmy sprang einen halben Schritt rückwärts. „Wääääh! Spinnen?!“
Vor denen ekelten sich alle drei ein bisschen.
Die drei kleinen Superhelden zogen sich lieber wieder ins Zentrum ihres Geheges zurück. Dorthin, wo die Welt ein bisschen weniger krabbelt und kriecht.
Aber noch lange warfen sie immer wieder einen Blick zum Unterstand und schauten zwischendurch auch immer mal nach. Und jedesmal wenn sie kamen, hingen die Kokons noch da…
ENDE.
(Fortsetzung folgt)


Hinterlasse einen Kommentar