Schöne Worte – Ukiyo


Ukiyo ist ein japanisches Wort, das wörtlich übersetzt „die fließende Welt“ bedeutet.

In der alten japanischen Kultur war Ukiyo zunächst ein Begriff für das rastlose, vergängliche Leben in der Stadt, doch mit der Zeit bekam es eine zartere, poetischere Bedeutung:
Ein Leben im Augenblick.
Ein Schweben, frei von Sorgen um das Morgen.
Ein bewusstes Loslassen der Schwere, um im Hier und Jetzt zu verweilen, so wie Blätter auf einem Fluss treiben. Einfach dorthin, wo das Wasser sie trägt und auch ganz genau in diesem Tempo.

Ukiyo lädt uns ein, die Welt als stetigen Fluss zu sehen, in dem alles kommt und geht.
Freude, Schmerz, Erfolg, Verlust – nichts bleibt, alles wandelt sich.

Und genau in diesem Bewusstsein liegt unsere Freiheit: Wir müssen nicht festhalten. Wir dürfen loslassen. Und manchmal sogar mittreiben. Alles bleibt solange es bleibt, auch ohne dass wir es festhalten. Was bleiben möchte, brauchen wir nicht zu halten und was gehen möchte, auch nicht.

Vielleicht steht Ukiyo auch dafür, dass wir nicht jede Sorge mit uns tragen müssen. Dass wir das Leben leichter nehmen dürfen. Und dass auch in der Vergänglichkeit Schönheit wohnt…


Nimm Druck raus.
Alles braucht genau so viel Zeit,
wie es halt eben braucht.

Wie wir wissen,
wächst auch das Gras nicht schneller
wenn wir daran ziehen.
Es bricht höchstens…

2 Antworten zu „Schöne Worte – Ukiyo“

  1. Wow, was für schöne Worte. Spontan suchte ich im Internet nach dem Satz: „Alles hat seine Zeit.“ Ich stieß auf das Buch Kohelet und fand weitere Aussagen in diesem Sinne. Nur das Verweilen im Augenblick zählt, das Andere ist schon vorbei und um das, was noch kommt, weiß ich noch nicht.

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  2. Gefällt mir, Danke fürs teilen!

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.