
Es war ein sonniger Vormittag, als sich das Tor zum grossen Aussengehege öffnete. Jimmy, Arja und Tina stürmten im Meerschweinchen-Galopp hinaus ins frische Gras.
„Oh, wie herrlich das duftet!“ rief Arja erfreut und wälzte sich wohlig im Klee. Sie begann sofort, die leckeren Kräuter und Gräser anzuknabbern.
Jimmy hielt die Nase in den Wind. „Da ist noch etwas anderes. Ich rieche etwas Neues.“
Tina trippelte neugierig zur Ecke des Geheges. „Was wächst denn da?“
Zwischen dem Zaun und dem Gras stand eine hohe, grüne Pflanze mit gezackten Blättern und feinen Härchen. Tina beugte sich vor, um daran zu schnuppern und zuckte einen Moment später erschrocken zurück. „Autsch! Das hat gepiekt! Und es brennt!“
„Lass mich mal sehen!“ sagte Jimmy und inspizierte die Pflanze mit einem Sicherheitsabstand.
„Ich glaube, das ist eine Brennnessel!“ erklärte Arja, die immer ganz genau wusste, was im Garten wuchs.
„Die brennt auf der Haut und an der empfindlichen Nase erst recht!“
Tina schnaubte wütend. „Frechheit! Was hat die überhaupt hier zu suchen?“
Die drei schauten einander an und wussten: Das war ein Fall für die drei kleinen Superhelden! 🦸♂️🦸♀️🦸♂️
Die drei begannen ihre Ermittlungen sofort. Jimmy schnüffelte am Zaun entlang, in der Hoffnung, vielleicht eine heisse Spur zu finden. Arja untersuchte die Wurzeln der ominösen Pflanze. Ganz vorsichtig, denn sie wusste, beim Anfassen würde es mega brennen. Tina entdeckte bald ein kleines Loch unten im Drahtgitter.
„Hier muss sie hereingewachsen sein!“ rief sie.
„Oder reingeschleppt worden sein“ meinte Jimmy geheimnisvoll, denn er hätte voll Bock auf einen richtigen Thriller hier im Gehege „Vielleicht von einem ganz, ganz fiesen Eindringling?“
In diesem Moment raschelte es im Gebüsch neben ihnen und alle drei Detektive sprangen erschrocken hoch.
Ein kleiner, kugeliger Igel kam vorsichtig näher. Er schnupperte, tappte zum Zaun und blieb mit seinen Stacheln genau dort hängen, wo das Loch war! Er zappeltem mit seinen kleinen Beinchen und bewegte sich hin und her, aber er bemühte sich umsonst, der Stachel steckte fest im Zaun und bewegte sich kein Stück.
„Oh nein!“ rief Arja.
„Wir müssen helfen!“ entschied Tina.
Sofort stellte sich Jimmy dem Igel in den Weg und machte ein leises, beruhigendes Quiekgeräusch. Er stellte sich vor, dass das in der Igelsprache sicher auch so etwas wie „schön ruhig bleiben“ oder „wir helfen dir“ heissen könnte. Aber er musste sich eingestehen, dass auch er ziemlich aufgeregt war, denn das war wirklich ein ernster Notfall und Nervenstärke war manchmal nicht so seins.
Arja flitzte Richtung Haus, wo die Menschen-Mama gerade mit einem Eimer kam. Tina quiekte laut, noch lauter, ganz besonders laut.
Das Notsignal!
Die Menschen-Mama verstand sofort. Sie kam, sah das Loch, sah den Igel und half ihm vorsichtig aus dem Zaun. Dann entfernte sie die brennende Pflanze mit Handschuhen und reparierte das Loch. Auch den Igel fasste sie nur mit Handschuhen an, hatte er doch ganz spitzige Stacheln. Sie setzte ihn auf den Boden und alle waren froh zu sehen, dass er unverletzt war.
Sie sah auch, dass. Tinas Nase ein bisschen rot war und merkte, dass das Wohl von der Brennnessel sein könnte. Sie tröpfelte ein wenig Lavendelöl auf die Stelle, welches das Brennen lindern sollte.
Am Abend lagen die drei kleinen Superhelden wieder im Schatten ihres Lieblingshäuschens. Sie knabberten an Gurkenscheiben und erzählten einander den ganzen Fall noch einmal.
„Gefährlich, diese Natur!“ murmelte Tina.
„Aber schon auch interessant!“ meinte Arja.
„Und wenn man zusammenhält, kann man alles schaffen“ sagte Jimmy zufrieden. Er fühlte sich heute als ganz besonders toller Superheld, wo er sich doch sogar in Igel-Sprache verständigt hatte und damit einen wesentlichen Beitrag zur Beruhigung der Situation beitragen konnte.
ENDE.



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