Wir sind mehr.


Schlussendlich sind ja alle Gedanken, die wir uns so machen, alle Gedanken, die jemals gemacht worden sind oder auch die Gedanken, die in der Zukunft in unserem Kopf herumpurzeln werden, Gedanken übers LEBEN. Denn über what else sollten wir nachdenken, wo wir doch gar nichts anderes haben als unser Leben? So werden die folgenden Gedanken unweigerlich auch passend für dein Leben sein. Es geht gar nicht anders.

Ich bin angepisst über sehr vieles, wenn ich in die Welt hinaus schaue, in meiner Umgebung oder bei mir selbst. Besonders bei mir selbst, denn alles andere kann man ja auch mal ausblenden oder sich abgrenzen.
So oft rege ich mich über Dinge auf, die mich weder betreffen, noch etwas angehen.
Ich bin auch immer wieder mal total überfordert mit all dem Scheiss. Ich frage mich, ob ich das überhaupt schaffe und warum ausgerechnet ICH?
Ich mache mir zwischendurch wahnsinnig viele Sorgen, die bei mir Ängste auslösen. Manchmal fühle ich mich so, als würde ich darin ertrinken.
Das ist ein Teil meines Lebens. Und bestimmt auch DEINES und JEDEN Lebens.

Ja, du hast richtig gelesen.
NUR. EIN. TEIL.

Der andere Teil ist so:
Wenn ich es mir genau überlege, gibt es viel mehr, worüber ich mich freue als worüber ich mich ärgere. WENN ich mir erlaube, es zu sehen, zu hören oder zu fühlen.
Es ist wichtig, Unangenehmes nicht als grösser zu werten als Gutes, denn ich glaube, das tun wir oft.
Es gibt nicht nur super-schlechte oder super-tolle Gefühle, Momente oder Tage. Die meisten liegen irgendwo dazwischen und wir bewegen uns immer im Spektrum all dieser Gefühle und Befindlichkeiten.
Es ist so toll zu erleben, wie ich immer wieder gute Lösungswege finde und ausprobiere.
Es gibt sehr vieles, was mir super gelingt. Sogar auch Dinge, in denen ich noch nicht so viel oder keine Erfahrung habe. Und das mit der Erfahrung ist sowieso eine sehr geile Sache. Wie Ereignisse und Erlebnisse und vor allem aber ja mein Erleben und meine Erinnerung daran, wie ich diese überstanden und gelöst habe, zu Wissen und Erfahrung wird… Unbezahlbar.
Ich bin mir bewusst, dass es nicht nur einen Weg gibt, sondern viele. Und ebenso viele Ziele. Manchmal weiss ich, wohin ich will, das Ziel und die Richtung dürfen sich aber auf dem Weg auch verändern.
Mir gefällt es, wie ich mich nicht mehr so oft irritieren lassen von Dingen, mit denen ich mich ja gar nicht befassen muss.
Ich habe gute Strategien entwickelt, so dass Sorgen und Ängste nicht zu einem wilden Strudel werden, der mich mitreisst. Sondern eine Welle, die mich, meine Tränen und meine Befürchtungen eine Weile mitnimmt, ich aber weiss, wo der Rettungsring hängt.

Viele Wege geht man gefühlt alleine. Wir sind schlussendlich nicht abhängig vom Verständnis anderer, auch wenn dies uns manchmal einiges einfacher machen würde. Verständnis fördert das Gefühl, unterstützt zu werden, ohne dass jemand etwas tun muss.
So ist es auf jeden Fall hilfreich, verständisvoll zu sein und wen man es nicht kann, zumindest respektvoll. denn auch das kann sehr unterstützend wirken und ist nicht zu unterschätzen.

Es ist so wertvoll zu wissen, dass es zwar Dinge gibt, die alles einzunehmen scheinen. Wenn man aber ganz genau hinschaut, dann sieht man, dass das Leben noch andere Anteile hat.
Also wenn es einem zB gesundheitlich nicht gut geht, ist nicht das ganze Leben ein schlechtes Leben und alles im Arsch. Vielleicht erlebt man nach wie vor oder erst recht im zwischenmenschlichen Bereich viel Schönes, freut sich über einen Besuch oder einen Anruf, über die Hilfsbereitschaft von Nachbarn oder Freunden oder man geniesst es, etwas Gutes zu kochen, einen Ausflug zu machen usw.
Weisst du, was ich meine?
Ich glaube, man kann dies nicht 100% verallgemeinert, denn bestimmt gibt es Dinge, die alles überschatten. Für eine Weile, bis man den Kopf wieder ein wenig über Wasser hat. Oder für eine lange Zeit, denn es stimmt nicht, dass immer alles gut wird. Oft wird vieles wieder gut. Oder manches.

Aber was ich eigentlich sagen will ist, dass wenn man auf ein noch feuchtes Aquarellbild einen Tropfen Schwarz träufelt, dann verläuft er und vernebelt das ganze Bild. Das Bild kann man versuchen zu retten, in dem man den schwarzen Tropfen mit einem Schwämmchen aufsaugt oder was auch immer. Im Leben gibt es keinen Schwamm der hilft. Da hilft nur unsere Einstellung, also unser Fokus auf das Positive. Unser Fokus darauf, genau hinzuschauen und dann Lösungen zu finden oder zumindest Strategien, wie man diese Phase möglichst unbeschadet überstehen kann.
Fokus aufs Positive bedeutet nicht, alles andere zu verdrängen, sondern es anzunehmen und zu schauen, was ausserdem sonst noch da ist, welche Ressourcen wir zur Verfügung haben, um dann zu entscheiden, welchen Weg wir gehen.

FAZIT
Ich kann also super-angepisst über irgendwas und extrem happy über etwas anderes sozusagen in der selben Zeit sein.
Oder sehr überfordert und verzweifelt und gleichzeitig einen schönen Moment mit einer Freundin beim Kaffee trinken erleben, in dem ich ziemlich entspannt bin.
Ich kann in einer Situation zwischen Hoffnung und Hoffnungslosikeit auf und ab schwanken und jedesmal all die Gefühle erleben, die damit verbunden bin.

Wir Menschen sind soooo viel mehr als nur ETWAS oder EINES. Wir sind sehr vielfältig. Das Leben ist sehr vielfältig. Und oft auch ein bisschen anstrengend irgendwie.

So. Das waren meine Gedankengänge von heute Morgen.
Jetzt zuerst mal Kaffee.

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.