
Freundschaft entsteht in dem Moment, wenn einer zum anderen sagt: ‚Was! Du auch? Ich dachte, ich sei der Einzige.‘
C.S. Lewis
Gedanken über Nähe, Echtheit und den Mut zum Dazwischen. Oder manchmal das Aushalten des Dazwischen.
Es gibt so viele unterschiedliche Freundschaften.
Die, bei denen man einfach nebeneinander sitzt, side by side. Ohne viele Worte, keine Erwartungen.
Die, bei denen man sich nicht oft sieht und sich innerlich dennoch nah und verbunden bleibt.
Die, die für eine bestimmte Phase des Lebens ganz nah kommen und deren Wege sich dann wieder entfernen oder trennen.
Und dann gibt es die anderen. Die tiefen Gespräche, das face by face. Nähe, die aus Worten entsteht. Aus Taten. Aus Blicken, die halten. Aus Mut, sich wirklich zu zeigen. Enge Verbundenheit und auch Vertrautheit.
Beides ist Freundschaft und beides ist wertvoll und auch wichtig im Leben. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir Freundschaften unterschiedlicher Art pflegen.
Oberflächlichere Beziehungen sind einfach. Zusammen lachen, über allerlei sprechen, aber das Wesentliche auslassen, zusammen schöne Dinge erleben und manchmal auch andere. Keine enge Verbindlichkeit. Es darf etwas oberflächlicher bleiben.
Ich mag das.
Ich mag aber ehrliches Interesse, auch über diesen Moment hinaus schon auch sehr. Ich mag Konstanz und Tiefe, ich bin ein tiefgründiger Mensch.
Es ist schon ziemlich geil, wenn man Menschen hat, die mit einem auch die tiefsten Momente ihres Lebens teilen, auch wenn diese uns auch ziemlich fordern können. So wie die Essenz des Lebens. Den Kern.
Umgekehrt dasselbe.
Menschen, die sich auch von mir die Tiefe des Lebens, meines Lebens, erzählen lassen. Daran ein bisschen teilhaben oder zumindest zuhören. Das fordert ja nicht nur, das gibt uns dazu so viel Erfahrung und Horizonterweiterung. Wir müssen nicht alles selber erlebt haben. Ganz vieles erfahren und lernen wir aus andern Leben.
Richtig interessant und inspirierend ist es erst dann, wenn eine gewisse Tiefe erreicht werden kann. Tauchen wird ja auch erst richtig spannend, wenn man sich weiter hinunter traut, denn erst in einer gewissen Tiefe sieht man wunderschöne Meer-Landschaften, die man oben nie zu Gesicht bekommt. Es ist bei Menschen nicht anders…
Vielleicht gehts dabei auch um unsere Komfortzone.
Tiefe braucht Mut.
Sich zu zeigen.
Sich einzulassen.
Aber auch bei andern hinzusehen. Sich damit auf Neuland zu begeben, Neues, inkl. Überforderung zuzulassen und dann damit umzugehen. Ich glaube, um ehrlich zu sein, dass genau dies etwas vom Aller-Mutigsten auf dieser Welt ist. Aber auch vom Aller-Schönsten.
Tiefe ist schön.
Aber es gibt ganz verschiedene Arten von Beziehungen und von Freundschaften und sie allen haben ihre Berechtigung, ihren Sinn und ihren Zweck.
Mit den einen trinken wir gerne mal einen Kaffee, mit den andern trinken wir Kaffee und legen dabei nebenbei unser Herz auf den Tisch, um es ihnen zu zeigen. Das kann man nicht bei allen tun und das muss man auch nicht. Man stelle sich mal vor, wie anstrengend das wäre, sich dauern das Herz aus dem Körper zu reissen, um es jeder und jedem zu zeigen.
So funktioniert das nicht.
Ich möchte Menschen um mich haben, die mit mir lachen können, ohne zu reden. Oder mit reden.
Und auch Menschen, die gern mit mir lachen, aber auch anrufen oder vorbeikommen, wenn ich mal nichts zu lachen habe.
Menschen, die authentisch sind. Das finde ich etwas vom allerwichtigsten.
Menschen, die die Freundschaft pflegen, so wie ich auch.
Und einander sagen und zeigen, dass man sich wichtig ist.
Und vielleicht ist echte Freundschaft manchmal genau das:
Nähe trotz Distanz.
Zeitlosigkeit. Also Nähe, auch ohne einander dauern zu sehen oder zu sprechen.
Je nach Phase, je nach Interesse, je nach Lebensabschnitt, je nach Situation…
Verbundenheit, die genau wie sie ist, für beide stimmt.
Du bist nie weit weg, wenn ich dich im Herzen trage.



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