
Ich gehöre zur Generation X.
Wir kennen das Leben und die Welt ohne Digitalisierung und sind aber in einem Alter da hinein gewachsen, in dem es uns noch relativ leicht fiel oder fällt, einigermassen Schritt zu halten mit allen. Ich glaube, beruflich wird man da einfach mitgerissen und das ist gut so. Das finde ich unter anderem so ein riesen Vorteil daran, berufstätig zu sein.
Ich glaube, Werte verändern sich von Generation zu Generation, haben aber auch nicht nur damit zu tun, sondern mit Charakter. So fällt es mir immer wieder auf wie verdammt pflichtbewusst ich bin und meinen Scheiss einfach mache. Zu viel, glaube ich. Mir ist es so wichtig, mein Zeugs nicht nur zu machen, sondern es auch gut zu machen. Ich glaube, Generation X hat sehr gelernt, verantwortungsbewusst und auch angepasst zu sein. Das kann ja als positiv gewertet werden, durchaus. Anstrengend ist es aber schon auch ein wenig. Wir sind die Generation, die jetzt gerade lernt, auf sich und seine Grenzen zu hören, achtsam zu sein, um nicht wie so viele andere in einem Burnout zu landen…
Manchmal finde ich es schwierig, anderes Verhalten zu verstehen. Die „interessiert mich nicht“-Mentalität zum Beispiel. Also nicht zu helfen, wenn man sieht dass jemand Hilfe benötigt, was auch immer das sei. Den Kaffeesatz nicht zu leeren, auch wenn er nach deinem Kaffee aufleuchtet. Die Tomate, die im Coop auf dem Boden liegt, einfach liegen zu lassen. Mit dem tropfenden Abfallsack durchs Treppenhaus laufen und die Tropfen danach nicht aufwischen. Irgendwo etwas ausleeren und weiter gehen. Das letzte Lieblingsbrötchen vom Teller nehmen, ohne zu fragen, ob jemand anderer noch will. Einen Part einer Arbeit nicht machen mit dem Wissen, dass er oder die andere dies übernehmen wird. Fehler gern bei andern suchen, statt sich auch mal zu hinterfragen. Lieber einmal zu viel nehmen als auch mal etwas zu geben. Überall zu profitieren, während man möglichst wenig selber beiträgt.
Sowas halt.
Das ist verallgemeinernd. Ich weiss. Und vermutlich hat es tatsächlich null mit der Generation zu tun, sondern wirklich einfach mit Charakter. Aber das ärgert mich ganz ehrlich. Ich finde es einfach unanständig und für meine eigene psychische Gesundheit habe ich mich dafür entschieden, mich halt einfach von Menschen zu umgeben, die meine Anwesenheit schätzen und lieben. Die, die nachfragen, auf meine Fragen antworten und sich respektvoll benehmen. Oder auch nicht mehr die Arbeit für andere so by the way mitmachen, einfach aus Pflichtbewusstsein.
Generation X ist nämlich auch wandlungsfähig. 🙂
Als weiteren Schritt werde ich dann versuchen, mich darüber nicht mehr aufzuregen. 🙂
Immer versuchen, alles mit Herz zu sehen.
See the heart in everything. Und nicht nur das, sondern soviel Herz wie möglich auch in die Welt hinaus zu schicken.
Put the heart into everything.
Ich habe mich für ein kleines Herz-Tattoo auf meiner Hand entschlossen, um dies nie zu vergessen und sollte das doch mal passieren, sehe ich dieses Herz und fühle es wieder.


Hinterlasse einen Kommentar