lichtdurchflutet


Menschen haben manchmal so viel Angst um ihre eigene Unversehrtheit, dass sie sich selbst überbeschützen.
Aber das müssen wir nicht tun.
Wenn wir einen Regelmantel tragen, brauchen wir den Schirm nicht wirklich. Ihn dazu auch noch für uns selbst aufzuspannen, während daneben jemand ohne irgendwas vom Regen bis auf die Haut durchnässt wird, macht für uns keinen Unterschied. Ihn aber einer anderen Person zu reichen oder ihn ihr aufgespannt über den Kopf zu halten, macht für sie einen Unterschied.
Einer anderen Person gegenüber Mitgefühl zu bekunden, sie zu trösten oder zuzuhören, macht uns nicht empfänglicher für Unglück, macht aber für die andere Person einen Unterschied. Unter Umständen sogar einen grossen.
Jemand anderem alles Glück der Welt zu wünschen oder es ihr von Herzen zu gönnen, macht uns nicht unglücklicher, sondern ganz im Gegenteil, weil diese schönen Gedanken unser Herz und Kopf wie Licht durchfluten.
Jemanden von einem Problem oder Schwierigkeit erzählen zu hören macht uns nicht automatisch zu einem / einer Problemlöser:in, sondern einfach zu einer / einem Zuhörer:in und das ist genau das, was diese Person braucht. Der / die Problemlöser:in ist sie selbst und das weiss sie.
Wenn wir uns mit oder für jemanden freuen, macht uns das ebenfalls glücklich. Schön, oder?
Gute Worte pflanzen sich ein in unserem Gehirn, machen Wurzeln und auch Blüten. Egal, ob wir sie sagen oder hören. (Nicht-gute übrigens auch.)
Abgrenzung ist gut und wirklich oft auch sehr notwendig. Interesse zeigen und sich nahe sein ist aber sehr oft genau so schön.
Wenn wir jemandem auf helfen, der / die hingefallen ist oder jemanden stützen, der / die zu fallen droht, wird diese Person uns nicht mit uns in den Abgrund ziehen, sondern sie wird ihre eigene Kraft ebenfalls mobilisieren, um vom Abgrund weg zu kommen. Abgründe verschlingen uns nicht automatisch, wenn wir sie uns anschauen.
In den meisten Fällen können wir unser Leben damit besser. machen, indem wir freundlich zueinander sein. Kälte ist kein Selbstschutz, sondern Überforderung.
Überforderung hat nichts mit andern Menschen zu tun, sondern nur mit uns allein. Abstand zu nehmen hilft uns nicht dabei, sie zu überwinden, sondern dabei, ihr auszuweichen.

Eine Antwort zu „lichtdurchflutet“

  1. Als Lehrer habe ich oft erlebt, wie Schüler nach einem Misserfolg ganz still und klein geworden sind, manche Lehrer waren in den Kommentaren sehr unbedacht. Meine eigene Art war anders, ich kannte den Stoff und musste es nicht beweisen. Aber die Schüler:innen zu sehen, nicht nur mit den Augen, hat immer auch Verständnis und später Unterstützung gebracht, die angenommen wurde.

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.