Versöhnung


Wieviele Gedanken man im Leben daran vergeudet, wie unfair so vieles ist… Und ja, das ist es tatsächlich manchmal. Vielleicht gibt es Zusammenhänge, vielleicht sehen wir sie nur nicht. Vielleicht gibt es sie aber auch gar nicht und all die Ereignisse unseres und anderer Leben treffen zufällig aufeinander und lösen wiederum neue Ereignisse aus. Man kann das sehen, wie man es will. Tatsache ist, dass einfach Dinge geschehen. Auch ganz viele Dinge, die wir weder auslösen, bestimmen, noch verhindern oder verändern können. Vieles passiert einfach.
Was wir aber jedesmal bestimmen können ist, wie wir damit umgehen möchten. Wie wir die geschehenen Dinge hinter uns lassen oder OB wir sie überhaupt hinter uns lassen. Wie wir sie verarbeiten und ob wir es zulassen, dass sie unser weiteres Leben störend beeinflussen. DASS sie es tun, das ist normal und ja auch okay, denn Ereignisse verändern etwas in uns. Manche mehr, manche weniger. Ziel ist es vermutlich, sie möglichst so hinter uns zu lassen oder auch in uns zu lassen, ohne davon ständig getriggert zu werden.
Ich habe den Eindruck, das schaffen viele nicht und das spiegelt sich dann in ihrem Umgang mit sich selbst und andern.

Ich finde vieles sehr unnötig und auch unnötig schwer, das in meinem Leben passiert ist. Es geht ja jedem so. Es können im Leben einfach Dinge geschehen, die unschön sind und schwer. Dinge, die wir so gar nicht erleben möchten, könnten wir denn wählen. Und dann hat man drei Möglichkeiten, wie man damit umgehen kann. Man kann damit hadern. Man kann so tun als wäre alles okay, nicht darüber sprechen und es verdrängen. Und man kann versuchen, das Beste oder zumindestens etwas Gutes daraus zu machen. Jeder Mensch geht mit jeder Situation seines Lebens genau so um, wie er es kann. Mit den Möglichkeiten und Ressourcen, die er / sie zur Verfügung hat und dementsprechend ist es unpassend, dies zu kommentieren oder zu werten. Und doch möchte ich dazu sagen, dass ich es ganz toll finde, wenn man mit Dingen so umgehen kann, ohne andern damit weh zu tun. So wäre das ja eigentlich wünschenswert. Nur klappt das offenbar nur bedingt, wenn man so in die Welt hinaus schaut…

Ich glaube, es ist gut, sich zu versöhnen. Mit sich selbst vor allem und wohl auch mit andern. Nicht für die andern, sondern für uns selbst. Einfach so, dass man ohne schlechte Gefühle weiter gehen kann, denn die schaden ja niemandem ausser uns selbst. Das ist wirklich nicht einfach, ich weiss…

Versöhnung bedeutet für mich auch, sanft zu sich selbst zu sein und sich gut darauf zu achten, unnötiges Gepäck nicht mit sich rum zu tragen… Versöhnung heisst loslassen von Belastendem und mehr Platz in uns für gute Gedanken und Gefühle zu schaffen…

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.