Rettungsweste


Ich glaube, als Jugendliche:r macht man ganz fest die Erfahrung, dass Musik eine Rettungsweste sein kann. Jedenfalls habe ich es so in Erinnerung. In diesen Jahren und auch als junge Erwachsene konnte ich es mir überhaupt nicht vorstellen, zB mit jemandem zusammen zu kommen (als Beziehung), der eine total andere Musik als ich mag. Sooo wichtig war das. Und es ging auch auf gar keinen Fall ohne Musik.
Musik, wenn es einem super gut ging und auch Musik, wenn es einem nicht gut ging. Bestimmte Lieder habe ich damals so oft gehört, dass sie in mir noch heute die Gefühle von damals auslösen. Das ist wohl auch der Grund, dass ich mich mit dem Pfingst-Radioprogramm von Radio Pilatus wieder wie 16 fühle…

Ich erinnere mich daran, wie ich jeweils auf meinem Bett lag am Sonntagnachmittag und mir die Hitparade auf (damals) DRS3 anhörte, einen Finger auf Record, der andere auf Stop. Ich glaube, das haben damals alle getan.
Ich wünschte, ich hätte all diese Tapes noch… Aber sie sind weg, wie so manches…

In den letzten Jahren habe ich aufgehört, ganz bewusst Musik zu hören. Ich glaube, ich hatte nicht die Ruhe dazu (bzw war froh, WENN es mal ruhig war um mich herum) und es hat an tatsächlich auch an Wichtigkeit verloren.
Ich glaube, irgendwann mal zieht man sich diese Rettungsweste aus, weil man sie nicht mehr braucht. Weil man erwachsen wird und stabiler. Und weil man im Verlauf des Lebens andere Strategien erlernt.
Weil man irgendwann im Leben so ziemlich ohne Rettungsweste ins tiefe Wasser kann…

Eine Antwort zu „Rettungsweste“

  1. Ich genieße und brauche es noch heute meine „Musik Rettungsweste“ anzuziehen…. ganz oft hilft es auch jetzt noch weiter dabei die Gedanken zu sortieren….

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About Me

Mein Name ist Andrea und ich bin die Frau hinter den Worten und Gedanken in diesem Blog.
Alleinerziehende Mama eines Kindes im Autismus Spektrum, Sozialpädagogin und eine Frau, die sich Gedanken macht und beim Schreiben ihren Akku lädt.