Schreibe darüber, wie du deine Haushaltsplanung angehst.
Meine Haushaltsplanung?
Ich HABE keine Haushaltsplanung. Muss man das überhaupt haben?
Ich hatte eine Tante, die unterdessen verstorben ist. Wir hatten wenig Kontakt. Kontaktabbrüche und irgendwann nach Jahren dann -wiederaufnahmen waren etwas sehr Typisches für sie. Ich kannte dieses On/Off seit meiner Kindheit. Jedenfalls haben wir sie vor vielen Jahren mal besucht und sie hatte so einen sehr durchgeplanten Haushalt. SO durchgeplant, dass ich nur noch gestaunt habe. Ich glaube, sie hat das gemacht, damit sie jeden Tag etwas zu tun hat, aber auch nicht zuviel auf einmal. Und dass alles erledigt und nichts vergessen wurde. Zum Beispiel hatte sie einen kleinen Stapel Kartei-Kärtchen, auf denen je ein Menü geschrieben stand. Sie kochte immer das oberste und legte es dann zuhinterst hin. So musste sie sich nie überlegen, was sie kochen sollte und sie war sicher, dass sie sich sich ein ausgewogenes Menü zubereiten würde.
Ich erinnere mich, dass wir ein bisschen schmunzeln mussten darüber. Aber eigentlich finde ich es ja auch total okay und brauche es ja nicht zu beurteilen.
Bei mir ist es ein bisschen anders.
Ich bin alleinerziehend und befinde mich gerade mit meinem Kind in einer schon etwas längeren – Krise? – nein, das ist nicht das richtige Wort…. Es war eine recht schwierige Situation und unterdessen ist es sich am legen und wird nun zu unserer neuen Realität. Und ich bin selbstverständlich berufstätig. Das bedeutet, dass ich ganz oft oder um ehrlich zu sein meistens zuwenig Zeit für meinen Haushalt habe. Bzw weniger als ich es gerne hätte und weniger als eine Frau, die Vollzeit-Mutter und -Hausfrau ist oder Teilzeit-Hausfrau mit einem Mann im selben Haushalt, der mitverdient und mitträgt.
Es ist einfach nicht möglich, allein all diese Aufgaben zu 100% perfekt zu machen, ohne dass irgendetwas darunter leidet – wenn alles perfekt aussieht, dann ist das, was leidet ja ganz oft man selbst und DAS möchte man nicht, wenn man klug ist.
Also muss man Prioritäten setzen und seine Pflichten und Ressourcen ganz gut einteilen.
Meine meisten Wochentage sind von morgens 06.30 (Aufstehen) bis abends 21.30 Uhr (Feierabend) voll durchgeplant mit Aufgaben, Terminen und meiner Berufstätigkeit. Mein Kind besucht momentan noch nur sehr wenig die Schule und wird deswegen zuhause beschult. Nicht von mir, aber es braucht doch oft meine Anwesenheit, also bin ich da ziemlich ausgelastet.
Zwischendurch mach ich immer mal etwas im Haushalt oder dann halt noch spät abends, wenn ich nach Hause komme. Oft bin ich dann aber wirklich zu müde dafür. Den Samstag halte ich mir dann meistens frei von Terminen und er wird dementsprechend zum Aufräumen, Putzen, Waschen, Einkaufen, Entsorgen usw. genutzt. Ziel ist es dabei immer, am Sonntag so frei wie möglich zu haben.
Und so klappt das eigentlich ganz gut.
Und so habe ich eigentlich doch eine Haushaltsplanung. Irgendwie. Jedenfalls bin ich wirklich voll durchorganisiert, sonst würde das alles gar nicht unter einen einzigen Hut passen.
Schön wäre es dabei noch, zwischendurch ein bisschen Zeit für mich zu schaffen. Das klappt schon manchmal oder so gut wie es halt gerade möglich ist. Vielleicht wirds noch irgendwann mal etwas mehr.
Ich finde es eigentlich immer ganz gut, wenn man nicht vor lauter Planung das Leben vergisst. Eine gute Planung kann einem aber auch viel Freiheit geben.
Es ist wie überall und immer. Jede:r soll es so handhaben, wie es für ihn:sie am Besten geht.



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